30.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Volker Bouffier
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Hessen wird keinen Leitfaden für Gespräche zur Einbürgerung einführen. Innenminister Bouffier kündigte stattdessen Integrationskurse an - für jeden, der Deutscher werden will.
In der Debatte um Einbürgerungstests hat sich der hessische Innenminister Volker Bouffier gegen einen bundesweit einheitlichen Fragenkatalog ausgesprochen. Es gehe vielmehr darum, «die Frage der Integration durch obligatorische Kurse intelligent mit dem Einbürgerungsverfahren zu verknüpfen», sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Sabine Christiansen».
Bouffier betonte, für jeden «Daueraufenthalt» solle künftig vorher verbindlich ein Integrationskurs absolviert werden. Jeder, der Deutscher werden wolle, müsse sich ernsthaft mit den geschichtlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Grundlagen auseinander setzen.
Der CDU-Politiker lehnte zugleich eine einseitige Verpflichtung für Muslime zu einem Integrationskurs ab: «Ob der nun aus Indien kommt, aus Ecuador oder aus einem arabischen Land: Es wird für alle die gleichen Grundbedingungen geben».
Auch der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, lehnte den baden-württembergischen Einbürgerungstest ab: «Ich glaube nicht, dass man mit diesem Test etwas erreichen kann», sagte Kolat in derselben Sendung.
Grünen-Chefin Claudia Roth bezeichnete in der selben Sendung den Test als «Generalverdacht gegen Muslime». (nz)