22.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Susanne Osthoff und ihre Entführer.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Bruder der im Irak entführten Osthoff sieht die Ex-Geisel als Opfer einer Intrige. Er vermutet, dass das bei ihr gefundene Geld dort versteckt worden sei. Terrorismus-Fachleute vermuten indes eine vorgetäuschte Entführung.
Nach den Berichten über einen Geldfund bei der im Irak gekidnappten Susanne Osthoff haben Sicherheitsexperten Zweifel an deren Version zum Hergang der Entführung geäußert. «Westliche Geheimdienste hatten sehr früh den Verdacht, dass die Entführung vorgetäuscht sein könnte», sagte Udo Ulfkotte, Autor mehrerer Bücher über die Geheimdienste, dem «Sonntag-Express».
Das Nachrichtenmagazin «Focus» hatte am Samstag berichtet, Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) hätten nach der Befreiung Osthoffs Geld in ihren Kleidern gefunden. Nach dem Abgleich mit den Seriennummern habe sich herausgestellt, dass die Scheine aus dem gezahlten Lösegeld stammten. Weder BKA noch das Auswärtige Amt wollten den Bericht bestätigen. Die Bundesregierung hat bisher nicht einmal bestätigt, dass Geld geflossen ist.
«Es ging immer nur ums Geld»Der Autor des «Focus»-Berichts, Hubert Gude, sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Informationen stammten aus mehreren Quellen, die «100-prozentig zuverlässig» seien. Völlig unklar ist aber sollte sich der «Focus-Bericht» bestätigen wie Osthoff zu dem Geld kam. Denkbar ist, dass sie es als Belohnung für kooperatives Verhalten von ihren Entführern enthielt. Fachleute der Sicherheitsdienste wollten laut «Bild am Sonntag» aber auch nicht ausschließen, dass Osthoff in ihre eigene Entführung verwickelt gewesen sei.
Der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, Rolf Tophoven, sagte der Zeitung, es bestünden erhebliche Zweifel an Osthoffs Version der Entführung. «Frau Osthoffs hat stets betont, ihre Entführung habe politische Hintergründe gehabt. Ich halte das für unwahr. Es ging immer nur ums Geld.» Zudem habe die Ex-Geisel nicht in ausreichendem Maße mit den deutschen Behörden kooperiert.
Osthoffs Bruder Robert nahm seine Schwester in Schutz. «Wenn sich der Fund dieser Geldscheine in der Kleidung in der Kleidung meiner Schwester bestätigen sollte, halte ich das für eine hinterhältige Intrige und eine getürkte Sache. Da wollen irgendwelche Leute meiner Schwester etwas unterstellen und sie in ein falsches Licht stellen», sagte der «BamS». (nz)