SPD-Senator billigt Deutsch-Pflicht auf Schulhof
Während Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Regelung verteidigte, hält der bündnisgrüne Abgeordnete Özcan Mutlu das Verbot für grundgesetzwidrig und diskriminierend. «Natürlich ist es Konsens, dass im Unterricht Deutsch gesprochen werden muss», sagte Mutlu der «Berliner Morgenpost». Aber das Verbot einer anderen Sprache sei ein Verstoß gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner Sprache benachteiligt oder bevorzugt werden dürfe. Er erwarte, daß der Bildungssenator tätig werde, sagte der Grünen-Politiker.
Auch die Schulleitung versteht die Aufregung nicht. Es sei ein Gebot der Höflichkeit, dass jeder jeden versteht, begründet die Leiterin der Herbert-Hoover-Oberschule, Jutta Steinkamp, den Vorstoß.
In den «Grundsätzen» der Hausordnung, die alle Schüler unterschreiben müssen heißt es: «Die Schulsprache unserer Schule ist Deutsch, die Amtssprache der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Schüler ist verpflichtet, sich im Geltungsbereich der Hausordnung nur in dieser Sprache zu verständigen.» Als Geltungsbereich werden nicht nur die Schule und der Schulhof definiert, sondern auch Klassenfahrten und Wandertage. (nz)
