13.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Matthias Platzeck.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Keine Gebühren für das Erststudium - das fordert der SPD-Vorsitzende Platzeck mit Blick auf die in vielen Unionsländern geplanten Studiengebühren. Auch beklagt der Politiker fehlende Chancengleichheit an deutschen Schulen.
Die SPD tritt nach den Worten ihres Vorsitzenden Matthias Platzeck weiter für ein kostenfreies Erststudium ein. «Ich bin nach wie vor dafür, dass das Erststudium gebührenfrei bleibt», sagte Platzeck am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Beim Erststudium sollten wir die gesellschaftliche Fähigkeit haben, dies gebührenfrei zu lassen.»
Mit Blick auf die in vielen unionsregierten Bundesländern geplanten Studiengebühren wies Platzeck auf fehlende Stipendien und nach wie vor ungelöste Finanzierungsfragen bei Kreditmodellen hin. Alle, die früher gesagt hätten, dass dies kein Problem sei, stellten heute das Gegenteil fest. «Da gucken die Länder den Bund an und der Bund schaut auf die Länder.»
Chancengleichheit im FokusDie Bildungs- und Familienpolitik ist ein Schwerpunkt der an diesem Sonntag in Mainz beginnenden Klausurtagung der SPD-Spitzengremien. Der SPD-Chef kündigte an, dass seine Partei die in den deutschen Schulen fehlende Chancengleichheit künftig wieder in den Fokus der politischen Auseinandersetzung rücken werde. Platzeck: «In Deutschland wurde in den vergangenen Jahren darüber weggeredet, dass soziale Herkunft über Bildungschancen entscheidet.» Doch die Ergebnisse der so genannten Pisa-Studie hätten den großen Handlungsbedarf wieder deutlich gemacht.
Der von der SPD in den vergangenen Jahren bundesweit vorangetriebene Ausbau der Ganztagsschulen wie auch die Stärkung der frühkindlichen Bildung schon im Kindergarten seien wichtige Schritte zu mehr Chancengleichheit auch für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, sagte Platzeck. «Ich selbst bin nach wie vor der Überzeugung, dass ein möglichst langes gemeinsames Lernen wie in den skandinavischen Ländern ein sinnvoller Ansatz ist.»
Platzeck: «Unsere Gesellschaft braucht gut gebildete Kinder, ohne dass der soziale Hintergrund für den Bildungserfolg entscheidend ist.» Deutschland habe viel zu wenig Kinder «und wir dürfen in der Schule kein einziges verlieren». (nz)