netzeitung.deSachsen-NPD sieht «Systematik» bei Austritten

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NPD-Sympathisanten auf einer Demonstration (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe NPD-Sympathisanten auf einer Demonstration
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Austritt des dritten Abgeordneten aus der Landtagsfraktion und Partei binnen einer Woche hält Sachsens NPD weitere Verluste für möglich. Man könne in «niemanden hineinsehen», sagte ein Fraktionssprecher der Netzeitung.

Die Sachsen-NPD zeigt sich angesichts eines weiteren Austritts eines Landtagsabgeordneten aus Fraktion und Partei beunruhigt. «Das hat schon eine gewisse Systematik», sagte Fraktionssprecher Holger Szymanski der Netzeitung zum Austritt von Jürgen Schön. Schön kandidierte in Leipzig und unterhält im ostsächsischen Görlitz ein Bürgerbüro.

Noch zum Wochenanfang habe der 56-jährige Schön eine Erklärung mitverabschiedet, in der der Fraktionsvorstand den Austritt des Meißner Abgeordneten Mirko Schmidt vom Sonntag verurteilte. «Es hat uns schon überrascht, dieser Sinneswandel», so Szymanski. Am Mittwoch hatte dann der Annaberg-Buchholzer Parlamentarier Klaus Baier Fraktion und Partei verlassen.

«Von fachlicher Seite her ist es kein Verlust, Schön gehörte nicht zu den Leistungsträgern der Fraktion», sagte der Sprecher. Weitere Verluste könne er nicht ausschließen. «Man kann in niemanden hineinsehen.» Um als Fraktion anerkannt zu sein, sind in Sachsen mindestens sechs Abgeordnete vonnöten. Die NPD-Fraktion zählt nun noch neun Mitglieder.

Schön habe sich in einer Mitteilung an den Landtagspräsidenten mit Schmidt und Baier solidarisch erklärt, sagte Szymanski. Baier hatte der NPD vorgeworfen, dass die sozialpolitischen Ziele aus dem NPD-Wahlkampf in den Hintergrund getreten seien. Der Politiker gehörte seit 1999 dem sächsischen NPD-Landesvorstand an. Schmidt hatte kritisiert, dass sich die Partei mittlerweile unverhohlen zum Nationalsozialismus bekenne. Beide Politiker werden als Parteilose im Parlament bleiben. Der Ex-Landesvorsitzende Schön war bis zuletzt Schatzmeister und hauptamtlicher Mitarbeiter der Sachsen-NPD. Der Landesverband hat nach Angaben des Sprechers rund 1000 Mitglieder.


Für das Web ediert von Tilman Steffen