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Lupe Beck für Ausschluss Irans von Fußball-WM

Nach den neuerlichen anti-israelischen Parolen des iranischen Präsidenten fordert Grünen- Politiker Beck harte Konsequenzen. Sein Vorschlag, das Land von der Fußball-WM auszuschließen, findet bei der SPD aber keinen Gefallen. Thema: Irans Israel-Hetze ...

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat sich für einen Ausschluss des Iran von der Fußball- Weltmeisterschaft ausgesprochen. Mit Blick auf die abermalige Leugnung des Holocaust durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sagte Beck der Netzeitung: «Man muss dem Iran zeigen, dass es so nicht geht und so nicht ohne Konsequenzen bleibt.»

Vor diesem Hintergrund schloss sich Beck der Forderung seiner Parteikollegin im EU-Parlament, Angelika Beer, an. Diese hatte an den Weltfußballverband Fifa appelliert, das Land von dem Turnier in Deutschland auszuschließen. «Ich befürworte die Idee», sagte Beck. «Das halte ich für einen diskutablen Vorschlag.»

Der Chef der Grünenfraktion im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, sagte, ein WM-Ausschluss sei ein gutes Mittel, um den Iran international zu isolieren.

Fifa gegen WM-Ausschluss
Der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, wies die Überlegungen für einen WM-Ausschluss des Iran als «zumindest grenzwertig» zurück. «Davon halte ich gar nichts», sagte der SPD-Politiker der Netzeitung. «Ich finde, dass die Mannschaft des Iran, die sich sportlich qualifiziert hat, nicht wegen überflüssiger Äußerungen ihres Staatspräsidenten bestraft werden darf.»

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach. Dem Kölner «Express» sagte er, die internationale Staatengemeinschaft müsse deutlich machen, dass die Äußerungen des iranischen Präsidenten «nicht akzeptabel sind und zur Isolierung des Iran» führten. «Aber die Politik sollte nicht in den Sport hineingezogen werden.» Der Sport habe auch eine Völker verbindende Funktion, die erhalten bleiben müsse.

Die Fifa wies die Forderungen zurück. «Wir trennen hier ganz klar zwischen Politik und Sport. Aus politischen Gründen wird keine Mannschaft diskriminiert», sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren «Spiegel Online» in Zürich. Der iranische Fußballverband habe sich für die WM qualifiziert und das sei das Entscheidende. Herren sagte: «Bei politischen Problemen ist die internationale Gemeinschaft in der Pflicht, zu agieren und nicht die Fifa.»

Zusammenarbeit überdenken
Grünen-Politiker Beck regte überdies an, generell die Beziehungen Deutschlands zum Iran zu überprüfen. Es müsse «auch überlegt werden, ob man in Bezug auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit die Beziehungen überdenkt», sagte er.

Ahmadinedschad hatte in einer Rede in der Stadt Zahedan im Südosten Irans gesagt: Statt die israelischen Angriffe auf Palästinenser zu thematisieren, «widmet sich der Westen dem Märchen vom Massaker an den Juden». Der ultrakonservative iranische Präsident hatte in der vergangenen Woche bereits das Ausmaß des Holocaust bestritten und die Verlagerung des jüdischen Staates nach Europa, etwa in Teile Deutschlands und Österreichs, vorgeschlagen. (nz)


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