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Lupe Blockade gegen Rechtsextreme in Halbe

Im brandenburgischen Halbe haben rund 2200 Menschen den Zugang zum dortigen Soldatenfriedhof blockiert. Damit haben sie den Neonazi-Aufmarsch zu den Gräbern verhindert.

Im brandenburgischen Halbe haben nach einer Gedenkkundgebung zum Volkstrauertag rund 2200 Menschen den Zugang zum größten deutschen Soldatenfriedhof versperrt. Damit verhinderten sie dort einen rechtsextremistischen Aufmarsch. Etwa 1600 Rechtsextremisten wollten ein «Heldengedenken» am Friedhof abhalten.

Polizisten stellten sich zwischen beide Gruppen, um Zwischenfälle zu vermeiden. Bis zum Nachmittag sei es ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Nach drei Stunden Wartens stürmten die Rechtsextremisten auf einmal los und durchbrachen die Sperrkette der Polizei, wurden aber von Polizeiverstärkungen gestoppt, so dass sie nicht zum Block der Gegendemonstranten gelangen konnten. Vereinzelt wurden Polizisten mit Bierflaschen beworfen. Über Verletzte war nichts bekannt

Großaufgebot an Polizisten
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vertreten. Am frühen Nachmittag wollten die Neonazis eine Kundgebung abhalten und zum Friedhof marschieren, auf dem mehr als 23.000 Kriegstote liegen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte den Rechtsextremisten am Freitagabend erlaubt, über die Hauptstraße der Gemeinde zu dem Friedhof zu marschieren, und damit Auflagen der Polizei außer Kraft gesetzt. Die Gegendemonstranten hatten sich verpflichtet, ihre Kundgebungen auf einer Nebenstraße abzuhalten.

Am Vormittag hatten hunderte Menschen auf dem Soldatenfriedhof an einer Veranstaltung zum Gedenken an die NS-Opfer teilgenommen. Dabei sagte der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU): «Wir dürfen nicht zulassen, dass Halbe ein regelmäßiger Wallfahrtsort für Rechtsextremisten und Ewiggestrige wird.»

Zur separaten Protestkundgebung unter dem Motto «Tag der Demokraten» hatte ein vom Land Brandenburg geführtes breites Aktionsbündnis aus demokratischen Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und Vereinen aufgerufen.

Seit einigen Jahren marschieren die Rechtsextremisten am Samstag vor dem Volkstrauertag am Waldfriedhof Halbe auf. In der Gemeinde sind nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge etwa 28.000 Soldaten begraben. Sie waren im April 1945 bei der Kesselschlacht von Halbe umgekommen, einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkrieges. (nz)