netzeitung.deHunderte bei Gedenkfeier in Halbe

 Herausgeber: netzeitung.de

Lupe Hunderte bei Gedenkfeier in Halbe

In Halbe haben rund tausend Menschen der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Brandenburgs Innenminister Schönbohm rief zum Protest gegen Gewalt und Intoleranz auf.

Im brandenburgischen Halbe haben rund eintausend Menschen auf dem größten deutschen Soldatenfriedhof der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Zu der Feierlichkeit hatten der Landtag und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeladen. Am Nachmittag wollen die Teilnehmer an einer Protestkundgebung gegen eine Veranstaltung von Neo-Nazis teilnehmen. Das Oberverwaltungsgericht in Berlin hatte diese Demonstration gestern genehmigt.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) rief während der Gedenkfeier zum verstärkten Kampf gegen Intoleranz und Gewalt auf. Halbe dürfe kein Wallfahrtsort für die Ewiggestrigen werden, sagte er. Rechtsextremisten um den Hamburger Neonazi Christian Worch haben für den Nachmittag ein «Heldengedenken» zum Volkstrauertag vor dem Soldatenfriedhof angemeldet.

Zu der Gedenkfeier des Landtages und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge waren zahlreiche Landespolitiker, darunter Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) und Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD), gekommen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte seine Teilnahme wegen der Vorstellung des Koalitionsvertrages in Berlin abgesagt. Zu einem «Tag der Demokraten» am Nachmittag wurden unter anderem die Rocksängerin Ulla Meinecke und die Band «Karat» erwartet.

In der Kesselschlacht von Halbe waren in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs mehr als 100.000 Soldaten und Zivilisten gestorben. Neonazis nutzen den Volkstrauertag seit Jahren zur Verherrlichung der NS-Wehrmacht. Trotz Einspruchs der Innenbehörden hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin am Freitag den Neonazi-Aufmarsch gestattet. (nz)