Platzeck hält an Reformkurs fest: 

netzeitung.dePlatzeck will Sozialsysteme «wetterfest» machen

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Matthias Platzeck (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Der neue SPD-Chef Platzeck hat angekündigt, an Schröders Reformkurs festzuhalten. Parteifreunde lobten Platzeck nach seiner Wahl für seine Führungsqualitäten. Thema: Platzeck neuer SPD-Chef - Dämpfer für Heil Meinungsforscher: Platzeck noch ohne Profil 99,4 Prozent für Platzeck als Parteichef Heil mit nur 62 Prozent neuer SPD-General Steile Karriere: Heil ist neuer SPD-General Nahles in SPD-Vorstand gewählt

Der neue SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck will am von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) begonnenen Reformkurs festhalten. «Wir werden diesen Weg weiter gehen müssen», sagte Platzeck am Dienstagabend in der ARD. Die «Wetterfestigkeit der sozialen Sicherungssysteme» nannte er im ZDF als sein wichtigstes Ziel.

Die SPD-Delegierten auf dem Parteitag in Karlsruhe hatten den 51-jährige Platzeck am Dienstag mit 99,4 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Franz Müntefering gewählt. Das ist eines der besten Wahlergebnisse in der Parteigeschichte.

Führende Sozialdemokraten nahmen das Wahlergebnis mit Begeisterung auf. Müntefering lobte Platzeck als Mann, «der die Menschen ansprechen kann, der nicht nur den Kopf erreicht, sondern auch das Herz». Die Querelen der vergangenen zwei Wochen sollte die SPD nun hinter sich lassen, sagte Müntefering in der ARD: «Wir sind keine Selbstfindungsgruppe, wir sind dafür da, dass wir Politik machen für das Land.»

Tiefensee lobt Pragmatismus
Der designierte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte der Berliner Zeitung. «Der Mann hat mit seiner pragmatischen Art die Seele der Partei erreicht.» In diesem Sinne sei das ein ganz ehrliches Ergebnis. Der schleswig-holsteinische Innenminister Ralf Stegner sagte: «Platzeck hat das Herz und das Hirn der Partei angesprochen». Es sei klar geworden, dass mit Platzeck ein neuer Stil in die parteiinterne Kommunikation eingezogen sei.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte der «Berliner Morgenpost», er traue Platzeck genügend Durchsetzungsfähigkeit bei der Zusammenführung der Parteiflügel zu. Man dürfe den brandenburgischen Ministerpräsidenten nicht unterschätzen. «Er kann klar und schnell entscheiden. Er lässt allerdings auch vor Entscheidungen Diskussionen zu. Das ist ein neuer Stil und ich hoffe, dass der nicht missbraucht wird», sagte Wowereit. Auch ihm zufolge steht Platzeck für für weitere Reformen. «In seiner Rede hat er deutlich gemacht, worum es geht. Es geht um die Modernisierung der Gesellschaft und darum, dass wir bessere Bedingungen für die Familien schaffen», sagte er.

Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie rechnet mit einer langen Amtszeit des neuen SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck. «Mit Matthias Platzeck gewinnt die SPD eine Perspektive für viele Jahre, sagte Matschie im Deutschlandfunk. Er bezeichete den neuen SPD-Chef als «Kommunikationstalent», dessen Fähigkeiten
der SPD hülfen, «den schwierigen Weg in der Großen Koalition gut gehen zu können».

Das dreitägige Delegiertentreffen der SPD geht an diesem Mittwoch zu Ende. Die rund 500 Delegierten wollen über die Modernisierung der Parteiarbeit unter der neuen Führung beraten. Außerdem soll eine Satzungsreform beschlossen werden. Im Organisationsstatut ist unter anderem eine befristete Gastmitgliedschaft für Nicht-Parteimitglieder geplant. (nz)