08. Nov 2005 17:46, ergänzt 19:43
Die Linkspartei will keinen Kandidaten mehr für die Wahl zum Bundestags- Vizepräsidenten aufstellen. Fraktionschef Gysi hat unterdessen die Union scharf angegriffen.
Bisky selbst sagte nach seiner vierten Wahlniederlage auf einer Pressekonferenz: «Ich habe verstanden. Die Mehrheit im Bundestag will nicht, dass ich den Bundestag repräsentiere. Das muss ich als Demokrat akzeptieren.» Zuvor war Bisky zum vierten Mal bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Bundestags gescheitert. 310 Abgeordnete stimmten in der Sitzung am Dienstag gegen den 64-Jährigen, 249 votierten für ihn, 36 enthielten sich.
Gysi sprach von einer «Ausgrenzungs-Entscheidung», die Millionen Ostdeutsche treffe. Er sagte, es sei offensichtlich nicht gewünscht, dass eine Biografie wie die von Bisky, der der DDR kritisch, aber auch loyal gegenüber stand, Deutschland in irgendeiner Form repräsentiere. «Das gilt dann auch für Millionen Ostdeutsche.» Gysi verwies auf SPD und CDU im Brandenburger Landtag, die Bisky als bisheriger Landtagsvizepräsident unterstützt haben.
Gysi: Wäre Bisky NSDAP-Mitglied gewesen...