Proteste gegen Bundeswehr-Zapfenstreich
Die Bundeswehrgegner stellten ihren Protest unter das Motto «50 Jahre Bundeswehr sind 50 Jahre zuviel! Zapfenstreich Abpfeifen!». Auf Plakaten war zu lesen: «Nein zur BRD und ihrer Armee», «70 Prozent meiner Rente für neue Offizierspatente» und «Null-Stunden-Woche in der Rüstungsindustrie».
Zuvor hatte die Bundeswehr ihr Gründungsjubiläum mit einer Feierstunde im Bundestag begangen. «Die Bundeswehr ist ein Kind des Kalten Krieges gewesen», sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). «Aber ohne die Bundeswehr wäre der Kalte Krieg sicherlich nicht überwunden worden», fügte er hinzu. Lammert wies auf die Finanznot der Streitkräfte hin. Sie hätten ihre Aufträge immer unter Haushaltsnöten erfüllen müssen.
«Auch im Zeitalter des Terrorismus bleiben NATO und Bundeswehr aufeinander angewiesen», erklärte der Generalsekretär. Weder Bundeswehr noch NATO seien heute eurozentrisch ausgerichtet. Sie seien überall einsetzbar, da den Problemen in einer globalisierten Welt dort begegnet werden müsse, wo sie entstünden. Andernfalls kämen sie früher oder später ins eigene Land.
Erstmals seit Jahrzehnten wieder findet vor dem Reichstag ein derartiges militärisches Zeremoniell statt. Rund um den Platz der Republik vor dem Berliner Reichstag waren 1250 Polizisten und rund 600 Soldaten im Einsatz, um das Zeremoniell vor Störern zu schützen. Zu den Feierlichkeiten innerhalb des weiträumig für den normalen Publikumsverkehr abgesperrten Areals waren rund 4500 geladene Gäste geladen. Auch die Bundespolizei zeigte sich auf den Zufahrtswegen zum Veranstaltungsort.
Zu den Klängen des Yorkschen Marsches, anderer Militärmusik, Bachs «Air» und Beethovens «Ode an die Freude» nahmen Soldaten mit Fackeln in den Händen vor dem Reichstag Aufstellung. Phoenix und das ZDF übertrugen das Ritual live. (nz)
