Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Streit in der Union: Sozialpolitiker für Abkehr von Radikalkurs: 

Richtungsstreit in Union über Reformkurs

22. Okt 2005 13:43
Sozialpolitiker Seehofer
Bild vergrößern
In der Union macht sich Kritik am bisherigen Reformkurs breit. Angehörige des CDU-Sozialflügels verlangen Änderungen an den Arbeitsmarktreformen. CSU-Vize Seehofer sieht sich durch seine eigene Nominierung bestätigt.

Der sozial eingestellte Arbeitnehmerflügel innerhalb der CDU hat die Kanzlerkandidatin Angela Merkel zu einer größeren sozialen Ausrichtung der Partei aufgefordert. In einem vierseitigen Papier verlangt der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse (CDA), Karl-Josef Laumann, unter anderem eine Änderung der Rentenformel, um Geringverdiener vor Altersarmut zu bewahren.

Merkel müsse sich dafür einsetzen, dass Arbeitnehmer mit vielen Beitragsjahren schon mit 63 in Rente gehen dürfen, forderte Laumann einem Bericht des «Spiegel» zufolge. Merkel hatte dies im Wahlkampf abgelehnt, weil sie Milliardenkosten für die Rentenkasse befürchtete.

Die CDA verlangt zudem, dass der Bezug von Arbeitslosengeld an die Zahl der Arbeitsjahre gekoppelt wird. «Wer über Jahrzehnte Beiträge gezahlt hat, darf nicht schon nach einem Jahr Bezug des Arbeitslosengeldes zum Empfänger von Arbeitslosengeld II werden.» Weiter heißt es, eigenes Vermögen dürfe nicht mehr so stark wie bisher bei der Arbeitslosengeld-II-Berechnung berücksichtigt werden.

Der designierte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) sieht in der Union die Abkehr vom bisherigen Reformkurs verwirklicht. «Ich führe mich mehr denn je bestätigt», sagte Seehofer dem «Spiegel». Der frühere Bundesgesundheitsminister und Unions-Fraktionsvizechef im Bundestag stand als sozial ausgerichteter Politiker Merkel schon lange kritisch gegenüber. Seehofer sagte, er setze jetzt auf ein Programm von «Maß und Mitte».

Das deutlichste Indiz für den Abschied der Union vom harten Reformkurs sieht Seehofer seine eigene Nominierung: «Glauben Sie ich hätte eine Chance auf ein Ministeramt gehabt, wenn der Radikalkurs nicht eindeutig abgewählt worden wäre?» (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.