Vogelgrippegefahr: Deutschland verhängt Stallpflicht für Geflügel: 

netzeitung.deStallpflicht für Geflügel in Deutschland

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Hühner im Stall (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hühner im Stall
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ab Samstag muss in ganz Deutschland Geflügel in Ställen gehalten werden. Bei Moskau war ein Fall von Vogelgrippe des für Menschen gefährlichen Typs H5N1 bestätigt worden.

In ganz Deutschland muss spätestens von Samstag an Geflügel in Ställen gehalten werden. Dies teilten am Mittwochnachmittag Verbraucherschutzminister Jürgen Trittin und eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums von Sachsen-Anhalt in Magdeburg mit. Trittin bat die Länder, die Stallpflicht möglichst sofort umzusetzen.
Die Maßnahme sei zuvor in einer Telefonkonferenz von Bund und Ländern festgelegt worden, nachdem ein Fall von Vogelgrippe des Typs H5N1 südlich von Moskau bestätigt worden sei.

Die Pflicht für eine strikte «Aufstallung» soll voraussichtlich am Freitag, spätestens jedoch am Samstag in Kraft treten. Danach muss zunächst bis zum 15. Dezember freilaufendes Geflügel weggesperrt werden - die Vorschrift gilt für Geflügelzüchter, aber auch für Hobbytierhalter. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Kontakt vermeiden
Wo Geflügel nicht in Ställe gesperrt werden könne, müsse der Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden.

Wie Trittin weiter mitteilte, gibt es nach bisherigen Erkenntnissen in Deutschland noch keine erkrankten Vögel. Er begründete die Eil-Verordnung damit, dass zwischen der russischen Region und Deutschland direkter Vogelzug bestehe. Daher werde er für die restliche Zeit des Vogelzugs bis Mitte Dezember eine Stallpflicht anordnen. Wo dies nicht möglich sei, müsse der Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden.

Unterdessen kam aus Bayern die Forderung, die Stallpflicht ab sofort gelten zu lassen. Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) forderte Trittin am Mittwoch auf, die Maßnahme sofort in Kraft zu setzen.

Kritik aus Bayern
Schnappauf wies darauf hin, dass Bayern seinerseits die Stallpflicht bereits am Mittwoch landesweit in Kraft gesetzt hat. «Weiteres Zuwarten macht keinen Sinn», sagte der Minister und fragte, wozu man jetzt noch eine halbe Woche ins Land gehen lassen solle.

Schließlich komme die Vogelgrippe nach den bestätigten Fällen in Rumänien, der Türkei und Russland Deutschland immer näher. Sie rücke immer weiter nach Westen, und möglicherweise sei es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auch in Mitteleuropa angekommen sei.

Als weiteres Argument für eine sofortige Stallpflicht flächendeckend nannte er, dass die Bauern ohnehin eine gewisse Zeit brauchten, um das Geflügel komplett im Stall unterzubringen. «Ohne Panik und Hysterie» sei er daher für einen konsequenten Vorbeugekurs, sagte Schnappauf.

Unterdessen breitet sich das Vogelgrippevirus H5N1 in Europa aus. Außer im europäischen Teil Russlands wurde in Rumänien ein weiterer Verdachtsfall besätigt. Ein Labor wies den Erreger im zweiten rumänischen Quarantäne-Gebiet, in Maliuc im Donaudelta, nach. Das Virus war in den vergangenen Tagen bereits im asiatischen Teil der Türkei registriert worden. Der erste Verdachtsfall in der Europäischen Union (EU) wurde aus Griechenland gemeldet. Die Ergebnisse dieser Proben werden Anfang kommender Woche erwartet.(nz)