Vogelgrippegefahr: Deutschland verhängt Stallpflicht für Geflügel:
Stallpflicht für Geflügel in Deutschland
Die Pflicht für eine strikte «Aufstallung» soll voraussichtlich am Freitag, spätestens jedoch am Samstag in Kraft treten. Danach muss zunächst bis zum 15. Dezember freilaufendes Geflügel weggesperrt werden - die Vorschrift gilt für Geflügelzüchter, aber auch für Hobbytierhalter. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.
Wie Trittin weiter mitteilte, gibt es nach bisherigen Erkenntnissen in Deutschland noch keine erkrankten Vögel. Er begründete die Eil-Verordnung damit, dass zwischen der russischen Region und Deutschland direkter Vogelzug bestehe. Daher werde er für die restliche Zeit des Vogelzugs bis Mitte Dezember eine Stallpflicht anordnen. Wo dies nicht möglich sei, müsse der Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden.
Unterdessen kam aus Bayern die Forderung, die Stallpflicht ab sofort gelten zu lassen. Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) forderte Trittin am Mittwoch auf, die Maßnahme sofort in Kraft zu setzen.
Schließlich komme die Vogelgrippe nach den bestätigten Fällen in Rumänien, der Türkei und Russland Deutschland immer näher. Sie rücke immer weiter nach Westen, und möglicherweise sei es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auch in Mitteleuropa angekommen sei.
Als weiteres Argument für eine sofortige Stallpflicht flächendeckend nannte er, dass die Bauern ohnehin eine gewisse Zeit brauchten, um das Geflügel komplett im Stall unterzubringen. «Ohne Panik und Hysterie» sei er daher für einen konsequenten Vorbeugekurs, sagte Schnappauf.
Unterdessen breitet sich das Vogelgrippevirus H5N1 in Europa aus. Außer im europäischen Teil Russlands wurde in Rumänien ein weiterer Verdachtsfall besätigt. Ein Labor wies den Erreger im zweiten rumänischen Quarantäne-Gebiet, in Maliuc im Donaudelta, nach. Das Virus war in den vergangenen Tagen bereits im asiatischen Teil der Türkei registriert worden. Der erste Verdachtsfall in der Europäischen Union (EU) wurde aus Griechenland gemeldet. Die Ergebnisse dieser Proben werden Anfang kommender Woche erwartet.(nz)

