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Studie: Deutsche werden immer ängstlicher

08. Sep 2005 16:03, ergänzt 16:04
Wartende vor dem Arbeitsamt
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Die Ängste der Deutschen sind laut einer Studie so groß wie seit 15 Jahren nicht mehr. Am meisten wuchsen die Angst vor Arbeitslosigkeit und vor schwerer Erkrankung.

Die Ängste der Deutschen befinden sich auf einem Rekordhoch. Jeder Zweite blickt laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der R+V Versicherung mit großer Sorge in die Zukunft – das ist der Höchstwert seit Beginn der Studien vor 15 Jahren.

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Insgesamt stieg der Anteil der Menschen mit nach eigenen Angaben «großen» Ängsten von 25 Prozent im Jahr 1991 auf nun 52 Prozent. Die Bürger fürchten vor allem negative Wirtschaftsfolgen: 72 Prozent der 2.400 Befragten äußerten große Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten, 70 Prozent vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage und 68 Prozent vor Arbeitslosigkeit.

Steigende Angst vor Arbeitslosigkeit

Am stärksten erhöht mit einem Plus von jeweils zwölf Punkten haben sich seit dem Vorjahr die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust (65 Prozent) und vor einer schweren Erkrankung (64 Prozent). 62 Prozent fürchteten, im Alter ein Pflegefall zu werden – das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2004.

Der Heidelberger Politologe Professor Manfred Schmidt, der die Studie wissenschaftlich begleitete, begründete das Ergebnis mit den wirtschaftlichen Problemen des Landes und dem Umbau der sozialen Sicherungssysteme. Die Sozialpolitik – ehemals ein Garant für Sicherheit – sei für die Bürger nun eine Quelle von Verunsicherung.

Weniger Angst vor Terrorismus

Die Angst vor Terror, Straftaten und Krieg ist dagegen gesunken. Trotz der Anschläge in London sank die Angst vor Terroranschlägen von 57 auf 48 Prozent. Vor dem Anschlag auf das World Trade Center 2001 lag der Wert allerdings unter 25 Prozent. Das Thema Straftaten gelangte laut Studie auf ein Allzeittief von 24 Prozent - obwohl sich die Zahl der erfassten Straftaten von 1991 bis 2004 von 4,8 und 6,6 Millionen erhöht hat.

Die Studie fand außerdem heraus, dass die Ostdeutschen pessimistischer in die Zukunft blicken als die Westdeutschen. Allerdings gleichen sich die beiden Landesteile an. «Die Westdeutschen holen auf», sagte Rita Jakli, die Leiterin des R+V-Infocenters, das die Studie in Auftrag gab. In beiden Teilen dominieren wirtschaftliche Sorgen.

Frauen ängstlicher als Männer

Der Studie zufolge sind Frauen grundsätzlich ängstlicher als Männer. Ihre weitaus höhere Angst vor Pflegebedürftigkeit im Alter begründete Jakli damit, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung und einen größeren Nachholbedarf bei der Altersvorsorge haben. Bei Männern steht an erster Stelle die Angst vor Arbeitslosigkeit. (nz)

 
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