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Essen, Stress und heilige Beichte: 

Sorge um das Wohl der Pilger

19. Aug 2005 16:34
Schlangestehen für die Gewissenserleichterung
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Viele Jugendliche seien bereits über ihre physische Grenze gegangen, warnt ein Malteser-Arzt. Dabei steht ein strapaziöses Wochenende erst bevor. Entspannung dafür bei der Telefonseelsorge – Splitter vom zweiten Tag des Papst-Besuchs.

Die Weltjugendtags-Pilger scheinen nicht mit größeren persönlichen Problemen zu kämpfen. Bei der eigens für den Weltjugendtag eingerichteten Telefonseelsorge gehen am Tag gerade einmal 20 Anrufe ein. Die Anliegen: Überforderung, Reizüberflutung und Einsamkeit trotz hunderttausender anderer Gästen, teilte, Annelie Bracke, Leiterin der katholischen Telefonseelsorge in Köln mit.

Erfreulich seien die Anrufe von freiwilligen Helfern. Sie ließen sich Tipps geben, um Pilgern in Notsituationen helfen zu können. «Das Maß an Sensibilität ist in diesen Tagen sehr hoch», sagte Bracke.

Thema: Weltjugendtag 2005

Malteser: Richtig ernähren

Vor dem großen Abschlussgottesdienst am Sonntag hat sich der Malteser Hilfsdienst besorgt über die Gesundheit der Pilger geäußert. Die Probleme vieler Pilger seien vor allem auf falsche Ernährung und geringe Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen. Viele von ihnen seien jetzt schon über ihre physische Grenze hinaus, sagte der leitende Arzt der Malteser beim Weltjugendtag, Michael Schaal.

Die Pilger erwartet ein strapaziöses Wochenende auf dem Marienfeld bei Köln, wo Papst Benedikt XVI. am Samstagabend die Vigil leitet und am Sonntag die Abschlussmesse des Weltjugendtags zelebriert.

Der Deutsche Wetterdienst sagte für Samstag wechselhaftes Wetter mit örtlichen Schauern voraus. Am Sonntag ist es laut Vorhersage wolkig bis bedeckt.

Erschöpft: Chilenische Pilger in Köln
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Wespen-Alarm auf Marienfeld

Auf dem Marienfeld müssen die WJT-Pilger mit Wespenscharen rechnen. Auf dem Gelände sei bei den Bauarbeiten offenbar ein großes unterirdisches Wespennest verschüttet worden, teilte der Malteser-Hilfsdienst mit. Mehrere Arbeiter seien gestochen worden.

«Ich nehme nicht an, dass die Wespen einen Unterschied machen werden zwischen Bauarbeitern und Pilgern», sagte ein Sprecher. Es gebe aber medizinische Zeltstationen, in denen auch bei allergischen Reaktionen Hilfe geleistet werden könne.

Beichten in 100 Sprachen

Schlangestehen zur Beichte: Mehr als 700 Priester sind in den Messehallen im Einsatz, um den jugendlichen Pilgern in mehr als 100 Sprachen Herz und Gewissen zu erleichtern. Das Angebot von morgens 8 Uhr bis um Mitternacht werde von den jungen Christen aus 197 Ländern stark genutzt, sagte ein WJT-Sprecherin am Freitag. «Da ist wohl teilweise ganz ordentlich Schlange stehen angesagt.»

Beichtstühle seien im «Zentrum der Versöhnung» in den zwei Messehallen nicht eigens aufgebaut worden. Die kleinen Verfehlungen und Sorgen kommen bei den Vier-Augen- Gesprächen in einer einfachen Sitzgruppe auf den Tisch.

Gefilterte Internet-Seiten wieder frei

Die Organisatoren des Weltjugendtages (WJT) haben Zensur-Vorwürfe zurückgewiesen. «Die Behauptung, das Pressezentrum würde Internetseiten zensieren, sind sachlich falsch und haltlos», erklärte WJT-Sprecher Matthias Kopp am Freitag. Eine Filtersoftware verhinderte, dass etwa Seiten der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und Kirche oder des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) nicht aufgerufen werden, was zu scharfen Protesten geführt hatte.

Im Pressezentrum der KölnMesse werde eine Software benutzt, die über einen Begriffe- und Adressenpool gewisse Seiten sperre, erklärte der Sprecher. Hierbei handele es sich um Seiten mit rassistischem Inhalt, E-Commerce sowie pornografische Angebote. «Durch zu eng gefasste Suchkriterien sind dabei aber offenbar auch Seiten gesperrt worden, für die keines der drei oben genannten Kriterien zutrifft», sagte Kopp. Die entsprechenden Seiten seien inzwischen freigeschaltet.

Kirchenaustrittsparty in Köln

Mit einer Kirchenaustrittsparty am Amtsgericht Köln hat die Gegenveranstaltung des Weltjugendtages, «Religionsfreie Zone», auf den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland reagiert. «Wir rechnen mit bis zu 100 Austritten im Laufe des Tages», sagte am Donnerstag Hartmut Schwarz vom Bündnis «Ketzerkollektiv», das sich ausschließlich anlässlich des Weltjugendtags in Köln gegründet hat. Das Kölner Amtsgericht hat zusätzliche Rechtspfleger eingesetzt.

Papst-Geburtshaus: Die Frist läuft ab

Kurz vor dem Ende des Bieterverfahrens für das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. im oberbayerischen Marktl am Inn gibt es Gespräche mit rund einem halben Dutzend Interessenten. «Es ist aber noch Dynamik drin», sagte der Sprecher der Eigentümerin, Roland Mäusl, am Freitag. Die Frist für Gebote endet am kommenden Montag um Mitternacht. Das Haus in Marktl bei Altötting besuchen täglich Dutzende Touristen. Die Besitzerin Claudia Dandl hielt den Rummel nicht mehr aus und entschloss sich zum Verkauf.

Benedikt XVI. reist in die Türkei

Der Papst hat laut türkischen Zeitungsberichten eine Einladung in die Türkei angenommen. Er wolle das Land vom 28. bis 30. November besuchen, berichtete die Zeitung «Milliyet» am Freitag - sofern dem keine Terminprobleme des Staatspräsidenten und der Regierung in Ankara entgegen stünden. Der Papst war zuvor bereits vom orthodoxen Patriarchen Bartholomäus I. nach Istanbul eingeladen worden. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. hatte die Türkei vor 26 Jahren besucht.

 
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