Feuerwehr: Menschen flohen in den Tod
09.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die meisten Menschen in dem sanierten Altbau sprachen arabisch, kaum deutsch. Für viele der Opfer beim Großbrand im Berliner Stadtteil Moabit am späten Montagabend war das ein Todesurteil, glaubt die Berliner Feuerwehr: Sie konnten die Anweisungen der Retter nicht verstehen und rannten aus den Wohnungen. Das Treppenhaus wurde zur Falle, dort wird der Brandherd vermutet. Mindestens acht Menschen starben bei einem der schwersten Brände in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg, darunter vier Kinder. Die weitere Bilanz: Mindestens acht Verletzte, sechs davon schwer. Mehr als 40 weitere Menschen mussten von Notärzten ambulant versorgt werden.
Doch viele der meist arabisch sprechenden Bewohner konnten die Rettungskräfte nicht oder nicht richtig verstehen. Broemme sagt: «Einige Hausbewohner sind ins Verderben gerannt. Die Flucht ins Treppenhaus war die Flucht in den Tod.»
Und dabei ist er sich sicher: «Die meisten Menschen hätten nach der derzeitigen Einschätzung überleben können, wenn sie in ihren Wohnungen geblieben wären.» In den Zimmern gebe es nur leichte Rauchschäden. Der Grund für die hohe Zahl der Toten und Verletzten liege in einem «krassen Fehlverhalten der Hausbewohner, weil sie die Sprache nicht verstanden haben».
Nur im Jahr 1989 musste die Berliner Feuerwehr nach den Worten von Broemme ähnlich viele Brandtote zählen wie in der Nacht zum Dienstag. Damals waren bei einem Hotelbrand am Kurfürstendamm acht Menschen gestorben.

