Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Feuerwehr: Menschen flohen in den Tod

09. Aug 2005 13:59
Ausgebranntes Treppenhaus in Berlin-Moabit
Bild vergrößern
Acht Menschen starben bei einem Hausbrand in Berlin-Moabit. Doch die meisten, da ist sich die Feuerwehr sicher, hätten überleben können.

Von Jörg Blank, dpa

Die meisten Menschen in dem sanierten Altbau sprachen arabisch, kaum deutsch. Für viele der Opfer beim Großbrand im Berliner Stadtteil Moabit am späten Montagabend war das ein Todesurteil, glaubt die Berliner Feuerwehr: Sie konnten die Anweisungen der Retter nicht verstehen und rannten aus den Wohnungen. Das Treppenhaus wurde zur Falle, dort wird der Brandherd vermutet. Mindestens acht Menschen starben bei einem der schwersten Brände in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg, darunter vier Kinder. Die weitere Bilanz: Mindestens acht Verletzte, sechs davon schwer. Mehr als 40 weitere Menschen mussten von Notärzten ambulant versorgt werden.

«Flucht in den Tod»

Mehr in der Netzeitung:
  • Acht Tote nach Wohnhausbrand in Berlin 09. Aug 2005 08:37, ergänzt 14:30
  • Um 23.07 Uhr waren die Retter in die Ufnaustraße 8 gerufen worden, einem fast nur von Ausländern bewohnten Haus. Leichter Qualm zog aus den oberen Geschossen. «Am Anfang sah der Brand noch ziemlich harmlos aus», sagt der Chef der Berliner Feuerwehr, Albrecht Broemme. Man habe die Menschen aufgefordert, in den Wohnungen zu bleiben und Ruhe zu bewahren, sagt Feuerwehr-Sprecher Stefan Sträubig.

    Doch viele der meist arabisch sprechenden Bewohner konnten die Rettungskräfte nicht oder nicht richtig verstehen. Broemme sagt: «Einige Hausbewohner sind ins Verderben gerannt. Die Flucht ins Treppenhaus war die Flucht in den Tod.»

    Und dabei ist er sich sicher: «Die meisten Menschen hätten nach der derzeitigen Einschätzung überleben können, wenn sie in ihren Wohnungen geblieben wären.» In den Zimmern gebe es nur leichte Rauchschäden. Der Grund für die hohe Zahl der Toten und Verletzten liege in einem «krassen Fehlverhalten der Hausbewohner, weil sie die Sprache nicht verstanden haben».

    Auf Sprachprobleme eingestellt

    Auf Sprachprobleme bei ihren Einsätzen hat sich die Feuerwehr in Berlin nach den Worten von Broemme eingestellt. So könne etwa die türkische Gemeinde sehr gut über das auch in der Hauptstadt ausgestrahlte türkische Fernsehen informiert werden. Doch nicht alle ausländischen Bevölkerungsgruppen könne die Feuerwehr so erreichen, mit derart einfachen Mitteln sei etwa die Sprachbarriere bei Arabern oder Menschen aus Albanien und Mazedonien nicht zu überwinden.

    Nur im Jahr 1989 musste die Berliner Feuerwehr nach den Worten von Broemme ähnlich viele Brandtote zählen wie in der Nacht zum Dienstag. Damals waren bei einem Hotelbrand am Kurfürstendamm acht Menschen gestorben.

     
    DruckenVersenden
    • Bookmark:
    • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
     
    Ungewöhnliche Wortwahl des Ministerpräsidenten: 
    Netanjahu sagt erstmals «Zwei-Staaten-Lösung»
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    •  Berlin 22°
    •  Hamburg 23°
    •  Köln 22°
    •  Frankfurt 27°
    •  Stuttgart 23°
    •  München 22°
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Aus anderen Ressorts
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
    Anzeigen:
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.