30. Jul 2005 09:18
Bei schweren Unwettern über Deutschland sind in der Nacht zum Samstag zahlreiche Menschen verletzt worden. Auf einem Volksfest in Nordbayern wurde ein Mann von einem Ast erschlagen.
Auf einem Volksfest im nordbayrischen Forchheim starb ein 43-jähriger Mann. Auf Grund des Unwetters war ein großer Ast von einem Baum abgebrochen und auf eine Menschengruppe gestürzt. Ein 15-jähriges Mädchen kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.Beim Motorrad-Grandprix auf dem Sachsenring wurden nach Polizeiangaben 41 Menschen durch umherfliegende Zeltteile verletzt. Bäume und Lichtmasten knickten um, Starkstromleitungen und Oberleitungen der Leipziger Verkehrsbetriebe wurden beschädigt. Im Bahnverkehr kam es auf vielen Strecken zu Erdrutschen. Laut Wetterdienst Meteomedia fielen 100 Liter Regen pro Quadratmeter in 24
Stunden.
In Karlsruhe sind durch einen Blitzeinschlag drei Männer verletzt worden. Die Gemeinde Münstertal im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald wurde von starken Windböen heimgesucht. Mindestens 40 Häuser wurden beschädigt, davon 14 schwer. Die Stromversorgung in der Gemeinde war bis auf weiteres unterbrochen. Mehrere Schuppen stürzten ein. In den Gegenden Höllental und Schluchsee entstand durch Hagelschlag und umstürzende Bäume ein Sachschaden von etwa 150 000 Euro.
In Höhe Hohenleipisch-Elsterwerda im Elbe-Elster-Kreis war ein Schnellzug in der Nacht in eine Schlammlawine gefahren. Erst in den frühen Morgenstunden konnten die etwa 90 Reisenden aus dem IC geholt werden. Die IC-Strecke Berlin-Dresden sollte auf Grund der Bergungsarbeiten noch bis in die Vormittagsstunden gesperrt bleiben.
Nach Angaben des Chefs des Wetterdienstes Meteomedia, Jörg Kachelmann, gab es die stärksten Orkanböen in der Nacht zum Samstag im Erzgebirge. Böen mit 191 Kilometern pro Stunde seien in Zinnwald-Georgenfeld registriert worden. 152 Stundenkilometer erreichten die Böen auf dem Fichtelberg, 146 Kilometer pro Stunde wurden im erzgebirgischen Erlabrunn gemessen.
In Bayern fegten Orkanböen über die Region um Ansbach mit 126 Kilometern pro Stunde, in Straubing erreichten sie Spitzen von 122 Stundenkilometern. In Baden-Württemberg war vor allem Niederstetten von Orkanböen von bis zu 126 Kilometer pro Stunde betroffen. (nz)