netzeitung.deMauermahnmal in Berlin geräumt

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Arbeiter tragen Kreuze weg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Arbeiter tragen Kreuze weg
Foto: dpa
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Über 1000 Holzkreuze hat die Polizei am Checkpoint Charlie abgeräumt. Die Initiatorin des umstrittenen Mahnmals will weiter für ihr Projekt kämpfen.

Das umstrittene Mauermahnmal am Checkpoint Charlie in Berlin ist am heutigen Dienstag vollständig geräumt worden. Die Demontage und der Abtransport der über 1000 Holzkreuze sowie eines nachgebauten Mauerteiles sei insgesamt «friedlich und reibungslos» verlaufen, sagte Polizeisprecher Burkhardt Opitz.

Bei einer Protestaktion mit etwa 50 Teilnehmern hätten sich am Morgen vier Personen an Kreuze gekettet. Nach anhaltendem Regen gaben sie ihren Widerstand allerdings freiwillig auf.

Das Mahnmal war im Oktober 2004 auf Initiative der Leiterin des privaten Mauermuseums, Alexandra Hildebrandt, auf zwei Grundstücken an dem ehemaligen Grenzübergang errichtet worden. In den folgenden Monaten zog es zahlreiche Touristen an.

Nach Ablaufen der Pachtverträge verlangte die Bankaktiengesellschaft Hamm als Eigentümerin jedoch Ende 2004 die Beseitigung der «Kunstinstallation» auf dem mehrere tausend Quadratmeter großen Gelände. Gegen die jetzige Zwangsräumung protestierten unter anderem frühere DDR-Häftlinge und Angehörige von Maueropfern.

Zuletzt schalteten sich auch die beiden großen christlichen Kirchen in den Konflikt ein. Der katholische Pater Vincent weihte am Vorabend der Räumung die Mauerkreuze. Der Berliner evangelische Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer bot an, die Kreuze an einen kirchlichen Ort bringen zu lassen, was Hildebrandt ablehnte.

Zum Schutz der Räumung waren am Dienstag insgesamt 190 Polizeibeamte im Einsatz. Die Mauerkreuze seien nach der Demontage mit Tiefladern zu einem von Hildebrandt benannten Grundstück gebracht worden, sagte Polizeisprecher Opitz weiter. Die Museumschefin sagte, sie werde weiter dafür kämpfen, dass die Kreuze an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren. Hildebrandt hatte unlängst eine Spendenaktion zum Ankauf der beiden Grundstücke gestartet, die 36 Millionen Euro kosten sollen. (nz)