netzeitung.deBerliner Mauerkreuze unter Protest geräumt

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So stehen die Kreuze am Checkpoint Charlie nicht mehr lange (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe So stehen die Kreuze am Checkpoint Charlie nicht mehr lange
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Trotz an die Kreuze geketteter Menschen und heftiger Proteste Umstehender läuft seit Dienstagmorgen die Räumung der Mauerkreuze am Berliner Checkpoint Charlie. Ein großes Polizeiaufgebot setzt die Zwangsaktion durch.

Begleitet von heftigen Protesten hat am Dienstagmorgen die Räumung der 1065 Mauerkreuze am Checkpoint Charlie begonnen. Rund 200 Demonstranten hatten sich in den frühen Morgenstunden vor dem Platz in der Berliner Friedrichstraße versammelt. Einige von ihnen ketteten sich an die Kreuze, andere zündeten Kerzen.

Sie alle forderten, dass die Kreuze zur Erinnerung an die Menschen stehen bleiben sollten, die bei dem Versuch, über die Mauer oder die innerdeutsche Grenze aus der DDR zu fliehen, getötet wurden.

Die Chefin des Mauermuseums und frühere Pächterin des Platzes, Alexandra Hildebrandt, sagte, sie habe bis zuletzt eine Räumung zu verhindern versucht. Die Bankaktiengesellschaft Hamm als Eigentümerin des insgesamt mehrere tausend Quadratmeter großen Areals habe jedoch mitgeteilt, «dass es zu spät für eine Lösung ist».

«Tumultartige Szenen»
Dutzende Polizisten sicherten die Räumungsaktion gegen Protestierer. Augenzeugen berichteten von «tumultartigen Szenen» ab. Polizisten seien als «Rechtsbrecher» beschimpft worden.

Hildebrandt hatte das Gelände bis Ende 2004 gepachtet. Nach der Kündigung des Vertrags seitens der Bank hatte sie sich unter Verweis auf die historische Bedeutung des Platzes geweigert, das Grundstück zu verlassen. Im April gab das Landgericht Berlin einer entsprechenden Klage der Bankaktiengesellschaft statt und ordnete später die Zwangsräumung an. (nz)