netzeitung.deNeue Rechtschreibung ab August verbindlich

 Herausgeber: netzeitung.de

Rechtschreibung (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rechtschreibung
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die unstrittigen Teile der Rechtschreibreform treten wie geplant zum 1. August in Kraft. Das beschlossen die Kultusminister. Streitfälle sollen mit «Toleranz» behandelt werden.

Pünktlich zum 1. August ist die Rechtschreibreform verbindlich. Zumindest die unstrittigen Teile der Reform sollen nach einem Beschluss der Kultusminister ab diesem Zeitpunkt Vorschrift sein.

In Streitfällen hingegen, wo in nächster Zeit noch Änderungsvorschläge des Rates für die deutsche Rechtschreibung zu erwarten sind, soll von den Lehrern in den Schulen weiterhin «Toleranz geübt» werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag unter Berufung auf Teilnehmerkreise der Kultusminister- Konferenz in Quedlinburg.

Getrenntschreibung umstritten
Als umstritten gelten bislang noch die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Silbentrennung und die Zeichensetzung. Zur Getrennt- und Zusammenschreibung will der von den Kultusministern eingesetzte Expertenrat am Freitag in Mannheim
Änderungsvorschläge vorlegen. Diskutiert wird beispielsweise, Verben wie «krank schreiben», «krank lachen» oder «voll quatschen» nicht mehr getrennt sondern wieder zusammen zu schreiben.

Als weitgehend unstrittig gelten dagegen die neuen Regeln für die Groß- und Kleinschreibung und die Laut-Buchstaben-Zuordnung. Dies betrifft zum Beispiel die neue Schreibweise von Stängel (früher Stengel), aufwändig (früher aufwendig) oder Soße (früher Sauce). Zur Begründung wird dabei entweder der Laut für die neue Schreibung zu Grunde gelegt oder die Herkunft des Wortes, zum Beispiel Stängel von Stange oder aufwändig von Aufwand.

«Rechtschreibfrieden» gesucht
Der Expertenrat, in dem auch Reformgegner mitarbeiten, war von den Kultusministern eigens zur Wiederherstellung des «Rechtschreibfriedens» eingesetzt worden. Der Rat wird von dem früheren bayerischen Kultusministers Hans Zehetmair (CSU) geleitet.

Sollte sich der Rat am Freitag auf die Empfehlungen zur Getrennt- und Zusammenschreibung verständigen, will die Kultusministerkonferenz zunächst eine Anhörung ansetzen, bei der vor allem Lehrer und Elternverbände Stellung beziehen sollen. In den Schulen wird bereits seit mehr als fünf Jahren nach dem neuen Regelwerk unterrichtet. (nz)