netzeitung.deProstituierte belastet Hoffmann im Mordprozess

 Herausgeber: netzeitung.de

Marc Hoffmann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Marc Hoffmann
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Prozess gegen den geständigen Tatverdächtigen im Mordfall Levke hat eine Prostituierte ausgesagt. Hoffmann sei oft bei ihr gewesen und habe dort auch Kinderpornos sehen wollen.

Eine Prostituierte hat den als Kindermörder Verdächtigten Marc Hoffmann als einen ihrer Kunden mit masochistischen Neigungen beschrieben. Der 31-Jährige habe sich in die Rolle eines Kleinkindes begeben und sich bestrafen lassen und einmal mit ihr kinderpornografische Magazine ansehen wollen, gab sie in ihrer Aussage bei der Polizei an, die am Dienstag vor dem Landgericht Stade verlesen wurde.

Die Zeugin war nicht selbst erschienen, weil sie krank war. Die Prostituierte hatte sich erst vor etwa einer Woche bei dem Gericht gemeldet. Bei der Polizei sagte sie, seit einem Unfall im vergangenen Jahr könne sie ihrem Beruf nicht mehr nachgehen.

Sie lese kaum Zeitungen und habe Hoffmann erst auf Pressefotos erkannt. Dieser habe sich ihr mit falschem Namen vorgestellt. Er soll im Jahr 2003 sieben Mal zu ihr gekommen sein und von ihr verlangt haben, sich zu verkleiden.

Nachbarn und Freunde schilderten dem Gericht am Dienstag ihre Eindrücke von Marc Hoffmann in dessen Kindheit. Laut den Zeugen stand dieser unter erheblichem Druck durch seine Mutter. Sie sei dominant und oft laut gewesen, habe den Sohn behütet, aber auch «befehligt», hieß es.

Kontakt zu Freunden verboten
Sie habe ihm zur Strafe gelegentlich den Kontakt mit Freunden verboten. Hoffmann hatte nach Angaben der Zeugen Probleme in der Schule und wurde gehänselt. Er hätte gefördert werden müssen, sagte eine Nachbarin aus. Die Mutter habe sich jedoch gegen einen Wechsel des Sohnes zur Sonderschule gewehrt.

Der arbeitslose Installateur ist angeklagt, am 6. Mai 2004 die achtjährige Levke in Cuxhaven-Altenwalde und am 30. Oktober 2004 den achtjährigen Felix entführt, sexuell missbraucht und ermordet zu haben. (nz)