netzeitung.deTrauer um Politologen Sontheimer

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Der Politologe Sontheimer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Politologe Sontheimer
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Im Alter von 76 Jahren ist der Politologe Kurt Sontheimer gestorben. Weggefährten würdigten seinen Beitrag zum Aufbau der Demokratie in Deutschland.

Nach kurzer Krankheit ist am Pfingstmontag im bayerischen Murnau der Politikwissenschaftler Kurt Sontheimer gestorben. Das teilte sein Sohn Michael Sontheimer mit. Der Wissenschaftler wurde 76 Jahre alt.

Über die Grenzen seines Faches hinaus bekannt wurde Kurt Sontheimer vor allem durch sein Buch «Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik». Darin setzt er sich mit der Rolle der damaligen geistigen Eliten auseinander.

Habermas: «Engagierter Geist»
Der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas würdigte den Verstorbenen als «liebenswürdigen, prinzipienfesten und engagierten Geist». Sontheimer habe die politische Entwicklung der Bundesrepublik «wachsam und mit klugen Kommentaren begleitet».

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) lobte das Engagement Sontheimers für hohe Qualität in Forschung und Lehre.

Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget äußerte sich tief betroffen. «Ich trauere auch persönlich, weil Kurt Sontheimer mein Lehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität war und bis zuletzt ein wichtiger Ratgeber und Begleiter für mich gewesen ist», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Sontheimer habe einen unschätzbaren Beitrag zum Aufbau und zur Festigung der Demokratie im Nachkriegsdeutschland geleistet. (nz)