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Aachener Friedenspreis für Roy Bourgeois und Hanne Hiob

09. Mai 2005 15:06
Die Schauspielerin Hanne Hiob und der US-Bürgerrechtler Roy Bourgeois erhalten den diesjährigen Aachener Friedenspreis. Die Auszeichnung ehrt Menschen, die «von unten her» zu Frieden und Verständigung unter den Völkern beitragen.

«Hanne Hiob ist eine Symbolfigur für den Kampf gegen Rechts», begründetete der Verein Aachener Friedenspreis die diesjährige Wahl der Schauspielerin. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Kampf gegen Rassismus und Faschismus. Hiob ist die erste Kulturschaffende unter den Preisträgern.

Der Aachener Friedenspreis würdigt das Lebenswerk der Tochter des Schriftstellers und Theaterschaffenden Bertold Brecht. Nach dem Ende ihrer Theaterlaufbahn 1976 hat sich die heute 82-Jährige mit Lesungen und Theateraktionen gegen Faschismus, Rassismus und Krieg eingesetzt. Bekannt wurde Hiob dabei vor allem mit dem «Anachronistischen Zug», der das gleichnamige antifaschistische Gedicht ihres Vaters in Szene setzte.

Bourgeois verbüßte vier Jahre in Haft

Der außerhalb der USA weitgehend unbekannte katholische Theologe Bourgeois werde für seinen Kampf für Frieden und Menschenrechte ausgezeichnet, hieß es in der am Montag veröffentlichten Laudatio. Bourgeois habe sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Aktionen vor allem gegen das Training lateinamerikanischer Soldaten an der US-Militärschule in Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia gewandt, hieß es. Nach Bourgeois’ Einschätzung werden die Soldaten dort systematisch zu Folter-Experten ausgebildet. Wegen seiner Teilnahme an gewaltfreien Protestaktionen habe Bourgeois bereits vier Jahre im Gefängnis gesessen.

Angesichts der Flut von Foltervorwürfen in den vergangenen Monaten - etwa im Zusammenhang mit den US-Militärgefängnissen Abu Ghraib und Guantanamo, aber auch wegen des Skandals um Folteransätze bei der Ausbildung von Bundeswehr-Soldaten - habe die Arbeit von Bourgeois noch an Bedeutung gewonnen, ist in der Laudatio zu lesen.

Engagement «von unten her»

Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung wurde 1988 ins Leben gerufen. Im Gegensatz zum Aachener Karlspreis, der überwiegend an Politiker vergeben wird, sollen mit dem Friedenspreis Einzelpersonen oder Gruppen gewürdigt werden, die von «unten her» zur Verständigung zwischen Völkern und Menschen beitragen und helfen, Feindbilder abzubauen. Der Preis wird am Antikriegstag, dem 1. September, verliehen. (nz)

 
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