01.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Joschka Fischer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Moritz Hunzinger hat im Zusammenhang mit einem Auftritt Joschka Fischers kein Geld an die Grünen gespendet. Anders lautende Berichte seien falsch, sagte der PR-Berater der Netzeitung.
Der PR-Unternehmer Moritz Hunzinger hat Berichte als falsch zurückgewiesen, wonach er im September 1998 19.999 Mark an die Grünen gespendet habe als Gegenleistung für einen Auftritt des damaligen Grünen-Fraktionschefs Joschka Fischer. Der Netzeitung sagte Hunzinger: «Von unserer Seite erhielt Fischer ein Honorar; was der Empfänger damit macht, ist seine Sache.»
Die «Bild»-Zeitung hatte dagegen berichtet, Fischer drohe eine «Parteispenden-Affäre». Fischer habe 1998 als Fraktionschef der Grünen bei dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger einen Vortrag gehalten und dafür eine «Parteispende» von 19.999 Mark erhalten. Die Zeitung beruft sich dabei auf schriftliche Anfragen der Union an die Bundesregierung zu einer «Parteispende» des Frankfurter PR-Unternehmers Hunzinger.
Mit 19.999 Mark wäre die Summe unter der Grenze von 20.000 Mark geblieben, ab der sie im Rechenschaftsbericht über die Finanzen der Grünen hätte auftauchen müssen.
GegenleistungDie beiden Anfragen der Bundestagsabgeordneten Melanie Oßwald (CSU) und Julia Klöckner (CDU) liegen der Netzeitung vor. Oßwald verlangt demnach Auskunft darüber, wie sich die Bundesregierung erkläre, «dass die Parteispende der PR-Firma Hunzinger genau 1 Mark und einen Pfennig unter der Grenze lag, von der an solche Zuwendungen veröffentlichungspflichtig im Rechenschaftsbericht der Grünen gewesen wären». Weiter fragte sie, welche Gegenleistung Fischer für das Geld erbracht habe.
Klöckner will unter anderem wissen, ob Fischer oder die Grünen «für den Wahlkampf von Bundesminister Josef Fischer im Jahr 1998 von der Firma Hunzinger 19.999 DM erhalten» haben.
Hunzinger widerspricht AAHunzinger sagte: «Das hat alles seine Richtigkeit.» Fischer habe kurz vor der Bundestagswahl im September 1998 vor Wirtschaftsführern in Frankfurt einen Vortrag über grüne Politik gehalten. Dafür habe er einen Scheck über 19.999 Mark erhalten.
Damit widerspricht Hunzinger Fischers Sprecherin im Auswärtigen Amt (AA). Diese hatte laut «Bild» erklärt, Fischer habe «kein Honorar» erhalten. Über Spenden an die Grünen könne nur die Partei Auskunft geben.
Grüne kritisieren HunzingerDie Grünen wiesen die Berichte zurück. Eine Sprecherin sagte in Berlin, Fischer habe sich mit seinem Vortrag für die Hunzinger PR AG «korrekt» verhalten. Dasselbe gelte auch für Renate Künast, die ebenfalls in dieser Woche in die Kritik geriet. Ebenso korrekt hätten sich die Grünen beim Umgang mit Parteispenden der Hunzinger PR AG verhalten.
Die Sprecherin wies zudem darauf hin, dass die Vorgänge bereits 2002 «öffentlich dargestellt und erörtert» worden seien. «Neue Tatsachen sind seither nicht dazugekommen.» Die Sprecherin kritisierte in diesem Zusammenhang das Verhalten Hunzingers. «Es ist bemerkenswert, dass Herr Hunzinger heute angesichts diesen Vorlaufes aktiv versucht, Zweifel an der Korrektheit des Verhaltens von Künast, Fischer und Bündnis 90/Die Grünen zu streuen.»
Auch Künast in der KritikVerbraucherschutzministerin Künast war in die Kritik wegen der Nutzung einer Bundeswehrmaschine in die Kritik geraten. Laut Angaben ihres Ministeriums nutzte sie vor drei Jahren einen Flug beruflich für einen Vortrag bei dem PR-Mann Hunzinger. «Dubios», wie die «Süddeutschen Zeitung» schreibe, seien die Umstände dafür aber nicht gewesen, sagte der Sprecher der Grünen-Politikerin, Andreas Schulze, in Berlin.
Er wies die Darstellung zurück, dass es eine «heimliche Gabe» von 7500 Euro gegeben habe. Dies sei eine ordentlich verbuchte und quittierte Spende an den Berliner Landesverband der Grünen gewesen. Hunzinger habe das Geld angeboten. «Künast hätte den Vortrag auch ohne Bezahlung gehalten - wie sie es unentwegt macht.» Hunzinger sagte dagegen der Zeitung: «Die sind alle immer nur als Redner gekommen, wenn Geld floss.»