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China-Embargo: Schröder stellt sich
gegen Koalition

30. Mrz 2005 12:32
Gerhard Schröder
Bundeskanzler Schröder sieht angesichts des Taiwan-Konflikts keine Veranlassung seine China-Politik zu ändern. Eine Aufhebung des EU-Waffenembargos wolle er auch gegen den Bundestag durchsetzen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will auch einen Konflikt mit dem Deutschen Bundestag in Kauf nehmen, um das EU-Waffenembargo gegen China aufzuheben. Der Wochenzeitung «Die Zeit» sagte Schröder auf die Frage, ob er sich bei diesem Thema nicht an die Parlamentsmehrheit gebunden fühle: «In der Verfassung steht, dass die Außenpolitik von der Bundesregierung gemacht wird. Ich gehe mit jedem Votum des Parlaments ernsthaft um. Aber die Verfassungslage ist eindeutig.»

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Schröder betonte, dass er die Bedenken gegen eine Aufhebung des Embargos seitens des US-Kongresses, der Europäischen Union und des Bundestags «natürlich» zur Kenntnis nehme und in seine Entscheidung einfließen lasse. «Aber ich habe Ihnen meine Begründung genannt, und ich habe nicht die Absicht, diese zu ändern.»

Schröder will mehr Liberalität

Als «Begründung» führt Schröder in der «Zeit» an, das Embargo gegen China im Jahr 1989 sei nicht verhängt worden, «weil man der Ansicht war, dass China eine aggressive, militärisch unterstützte Außenpolitik machen würde». Grund sei der Vorgang auf dem Platz des Himmlischen Friedens gewesen, wo die chinesische Regierung gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen war. «Seitdem sind fast 16 Jahre vergangen. Ich setze weiter auf eine Entwicklung zu mehr Liberalität», sagte der Kanzler.

Eine Entscheidung der Europäischen Union zum Waffenembargo steht noch aus. Die EU müsste eine Lockerung der bisherigen Politik einstimmig beschließen. Wie Schröder hatte zuletzt auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac am Sonntag bei einem Besuch in Tokio die Pläne für eine Aufhebung verteidigt. Schröder strebt eine Aufhebung des Embargos als symbolischen Schritt an, will zumindest aus Deutschland aber weiterhin keine Waffen liefern. Die EU arbeitet an einem Verhaltenskodex, der Lieferungen erschweren und damit scharfe Proteste der USA verhindern soll.

Parteipolitische Spielchen

Innerhalb der deutschen Politik gibt es Widerstand gegen Schröders China-Politik. Der Bundeskanzler will jedoch dem Druck nicht nachgeben. Im «Zeit»-Gespräch kritisierte er, die Oppositionsparteien nutzten die Außenpolitik der Bundesregierung «seit geraumer Zeit» parteipolitisch. «Diese Spielchen sind zu durchsichtig, als dass die Erfolg haben könnten.»

 
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