netzeitung.deHamburger Behörde nach Jessicas Tod kritisiert

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Trauer um Jessica in Hamburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Trauer um Jessica in Hamburg
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Die Stadt Hamburg hat als Reaktion auf den Hungertod der siebenjährigen Jessica ein früheres Eingreifen des Jugendamts angekündigt. Das hatte Jessicas Eltern lediglich mit Bußgeld belegt, als das Kind nicht zur Schule kam.

Zwei Tage nach dem Hungertod der siebenjährigen Jessica in Hamburg hat die Bildungsbehörde der Stadt Konsequenzen gezogen. «Wir werden künftig in jedem Fall, in dem Anlass zu dem Verdacht besteht, dass Eltern ihr Kind von der Schulpflicht fern halten, das zuständige Jugendamt einschalten», kündigte Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig am Donnerstag an.

Das «einmalige schreckliche Ereignis» erfordere ein anderes Verfahren als bisher. Außerdem solle geprüft werden, ob die Rechtsgrundlagen geändert werden könnten.

Dinges-Dierigs Behörde war in die Kritik geraten, weil außer einem Bußgeldverfahren gegen die Eltern nichts getan wurde, um Jessicas Schulpflicht durchzusetzen. Vor allem war das Jugendamt nicht informiert worden. Das Kind hätte eigentlich seit August in die Schule gehen müssen.

Klingeln ohne Antwort
Nach Informationen des NDR gibt es seit Jahren ein Papier, das eine Kooperation zwischen der Schulbehörde und den Jugendämtern empfiehlt. Demnach sollen auch Fälle von Schulpflichtverletzungen dem Jugendamt gemeldet werden.

Mitarbeiter der Behörde hatten im vergangenen Jahr drei Mal bei Jessicas Familie geklingelt. Als niemand aufmachte, wurde lediglich ein Bußgeldverfahren eingeleitet. «Die Mitarbeiter kamen zu der Ansicht, es handele sich um einen der häufigen Fälle, bei denen der gemeldete Wohnsitz nicht mit dem tatsächlichen übereinstimme», hieß es in der Erklärung der Schulbehörde.

Am Dienstag war Jessica in der Wohnung der Eltern gestorben. (nz)