Familie der verhungerten Siebenjährigen war Sozialarbeitern bekannt
03.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Am Dienstag war das Mädchen tot aufgefunden worden. Sein Gewicht betrug 9,5 Kilo - so viel, wie normalerweise eine Zweijährige wiegt. Laut Polizei starb das Mädchen an den Folgen von Unterernährung. Der 35-jährigen Mutter und dem 49-Jährigen Vater wird «gemeinschaftlicher Totschlag durch Unterlassen» vorgeworfen. Die Polizei verdächtigt sie, ihre Tochter wie eine Gefangene gehalten zu haben.
Das zuständige Jugendamt behauptet, nichts von dem Mädchen gewusst zu haben. Der Ex-Mann der Mutter sagte aber in den Zeitungen «Bild» und «Morgenpost», er habe die Behörden informiert. Ein weiteres Kind habe die Frau zur Adoption freigegeben.
Die «Bild»-Zeitung zitierte am Donnerstag den Lehrer Thomas Johl. Er sagte, sein für die Familie zuständiger Kollege habe den Eindruck gehabt, dass es in der Famile gar kein Kind gebe. Ein verhängtes Bußgeld in Höhe von 60 Euro hätten die Eltern nicht gezahlt. Seitdem lag der Fall beim Gerichtsvollzieher, sagte Johl. Die Chefin von REBUS, Renate Plan-Huber sagte laut «Bild», es sei heute nicht ungewöhnlich und kein Anzeichen für eine Gefährdung, wenn ein Kind nicht zur Schule ginge.
Auch die SPD-Vizefraktionschefin Britta Ernst verlangte eine Untersuchung, ob sich staatliche Stellen etwas vorzuwerfen hätten. Es müsse eine «klare Antwort auf die Frage geben, ob der Tod des Kindes hätte verhindert werden können.» (nz)

