02.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Eltern eines verhungerten Mädchens in Hamburg stehen in Verdacht, für den Tod ihres Kindes verantwortlich zu sein. Die Mordkommission ermittelt.
In Hamburg ist am Dienstag eine Siebenjährige tot aufgefunden worden. Eine Obduktion des Mädchens sowie Ermittlungen der Polizei bestätigten inzwischen, dass die 35-jährige Mutter und der 49 Jahre alte Vater ihre Tochter verhungern ließen. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Es besteht der «Verdacht eines Tötungsdeliktes durch Unterlassen». Das Paar wurde festgenommen.
Den Angaben zufolge hatten die Eltern das bis auf 9,5 Kilogramm abgemagerte Mädchen in ihrer Hochhauswohnung in Hamburg-Jenfeld wie eine Gefangene gehalten. Jessica lebte demnach in der «völlig verwahrlosten» Wohnung mit ihrer Mutter und deren Freund. Laut Presseberichten habe sich dort der Müll gestapelt, der Boden sei mit Katzenkot verdreckt gewesen. Die Eltern leben angeblich von Sozialhilfe. Nachbarn hätten das Kind nie zu Gesicht bekommen.
Ein Polizeisprecher sagte, die Mutter habe am Dienstagmorgen kurz vor 7.00 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil das Mädchen ins Koma gefallen sei und leblos im Bett gelegen habe. Der herbeigerufene Notarzt habe nur noch den Tod des Kindes feststellen können.
Wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet, bestätigte die Obduktion im Rechtsmedizinischen Institut der Hansestadt, dass das Kind an den Folgen der Unterernährung starb. Die Ärzte hätten mitgeteilt, dass das Mädchen an Erbrochenem erstickt sei. Ursache sei ein durch die Mangelernährung hervorgerufener Darmverschluss gewesen. (nz)