netzeitung.deÜber 50.000 gehen in Dresden gegen Rechtsradikale auf die Straße

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Demonstranten auf dem Dresdner Altmarkt. (Foto: dpa <br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstranten auf dem Dresdner Altmarkt.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zahlreiche Dresdner haben gegen eine Instrumentalisierung des Gedenkens an die Bombenopfer durch Rechtsradikale protestiert.

Über 50.000 Menschen haben in Dresden gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen protestiert und der Opfer der Luftangriffe vor 60 Jahren gedacht. «Dresden hat ein Zeichen gesetzt», sagte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse am Sonntagabend vor den Demonstranten auf dem Altmarkt. «Die anständigen Bürger haben die Straße nicht den Neonazis überlassen.»

Am Nachmittag waren rund 5000 Mitglieder der rechtsextremen Szene durch die Stadt marschiert. Die Veranstaltung war deklariert als «Trauermarsch» zum Gedenken an die Opfer des Bombardements der Stadt durch die Luftwaffe der Alliierten. NPD-Politiker hatten die Angriffe im sächsischen Landtag als «Bomben-Holocaust» bezeichnet.

Thierse warnte, das Gedenken an die Angriffe dürfe nicht für Nazi-Propaganda missbraucht werden. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt dankte den Dresdners für ihre Besonnenheit beim Auftritt der Rechtsextremen. «Sie haben sich durch diesen unerträglichen Aufmarsch nicht provozieren lassen», sagte er. Der von starken Polizeikräften geschützte Zug der Rechten war weitgehend friedlich verlaufen. Die Polizei nahm im Vorfeld 50 linke Gegendemonstranten fest.

Am späten Abend wurde der Innenraum der Frauenkirche erstmals nach über zehnjährigen Wiederaufbau für Besucher bei einer «Nacht der Stille», an der sich mehrere zehntausend Menschen beteiligten, zugänglich gemacht. Von 21.45 bis 22.00 Uhr läuteten die Glocken aller Dresdner Kirchen. (nz)