netzeitung.deBundeswehrsoldaten auf Befehl misshandelt

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38 Beschuldigte, davon acht gesprächsbereit: Das ist die Zwischenbilanz der Ermittlungen zu den Misshandlungen von Bundeswehrsoldaten in Coesfeld.

Die polizeilichen Ermittlungen nach Misshandlungen an Bundeswehrrekruten in Coesfeld sind nach zwei Monaten weitgehend abgeschlossen worden. Für alle 38 Beschuldigten werde von der Polizei eine Täterakte angelegt, die nun an die Staatsanwaltschaft gehe, so Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer in Münster. Die Untersuchung der Akten wird einige Zeit in Anspruch nehmen, um dann eventuell Anklage zu erheben.

Acht der Beschuldigten räumten die Taten zwar ein, gaben aber an, nur unter schriftlichem Befehl eines Unteroffiziers gehandelt zu haben. Die restlichen 30 Beschuldigten hätten sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht berufen.

Vor zwei Monaten war bekannt geworden, dass Wehrpflichtige in Coesfeld mit Schwachstrom, Wasser und Schlägen gequält worden waren. Unter den Beschuldigten sind neben einem Hauptmann mehrere Unteroffiziere und Gefreite.

Insgesamt wurden laut Schweer 296 Zeugen zu den Misshandlungen vernommern. Der gesamte Ablauf der Gefechtsübung, bei der die Misshandlungen geschahen, wurde auf dem Computer des Unteroffiziers gefunden. (nz)