03.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Bundesregierung will die «Erinnerungspolitik» bündeln. Ab 2005 soll Kulturstaatsministerin Weiss auch für die Birthler-Behörde zuständig sein.
Die Zuständigkeit für die so genannte Birthler-Behörde zur Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen und für die Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur geht 2005 vom Bundesinnenministerium an Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) über. Das gaben Weiss und Innenminister Otto Schily (SPD) am Freitag in Berlin bekannt.
Bei der Kulturstaatsministerin, die bereits für das Gedenken an die NS-Diktatur und Teile der Erinnerung an das SED-Regime zuständig ist, soll damit die «Erinnerungspolitik» gebündelt werden. Ziel der Regierung sei es, eine zunehmende Verklärung der Vergangenheit zu verhindern. «Alles, was inhaltlich zusammengehört, kommt jetzt auch zusammen», sagte Schily.
«Wir leben in Zeiten, in denen die Rückschau auf die DDR-Geschichte in einem immer milderen Licht erscheint», sagte Weiss. Geschichtsmuseen, Archive und Sammlungen seien in der Lage, dieser Beschönigung Fakten entgegenzusetzen. Ein starker Geschichtsverbund solle die «verriegelte Gesellschaft der DDR» ausleuchten. (nz)