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30.000 Bücher bei Brand in Weimar beschädigt

03. Sep 2004 10:00, ergänzt 10:08
Der brennende Dachstuhl der Bibliothek
Das Ausmaß der Schäden beim Brand in der Weimarer Anna Amalia Bibliothek ist immens. Die Bibliothek gilt als eine der bedeutendsten in ganz Deutschland.

Bei dem verheerenden Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist Kulturgut von großem Wert vernichtet worden. Über 30.000 Bände sind durch Feuer oder Löschwasser beschädigt worden, teilte ein Sprecher mit. Bis zu 5000 Schriftstücke seien völlig zerstört.

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  • Schätzungen gehen von einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe aus. Der Fernsehsender n-tv berichtet, die komplette Bibelsammlung der Bibliothek sei zerstört worden. Noch in der Nacht hatte es geheißen, dass eine Luther-Bibel aus dem Jahr 1534 habe gerettet werden können.

    Die wasserdurchtränkten Bücher müssen zunächst kühl gelagert werden. Kühlräume in Weimar und Leipzig wurden zur Verfügung gestellt, erste Transporte laufen bereits. Experten gaben an, dass die kühl gelagerten Bücher vor Schimmel sicher seien und restauriert werden könnten.

    Das Feuer war am Donnerstagabend im Dachgeschoss des barocken Bibliotheksgebäudes ausgebrochen, meterhohe Flammen schlugen in den Abendhimmel. Zwei Stunden später konnten 180 Feuerwehrleute das Feuer in der zweiten Galerie des darunter liegenden Rokoko-Saals stoppen. Über 100 Mitarbeiter der Klassik-Stiftung bildeten eine Menschenkette, um Exponate aus dem Rokoko-Saal zu bergen.

    Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sicherte der Bibliothek in Weimar Soforthilfen des Landes zu. Es sei ein unermesslicher und nicht wieder gut zu machender Schaden zu befürchten, sagte er am Freitag in Erfurt. Kultusminister Jens Goebel (CDU) zeigte sich geschockt. «Das trifft den Kulturstandort Weimer hart», so Goebel.

    Goethe war einst Leiter der Bibliothek

    Die 1691 gegründete Anna Amalia Bibliothek gehört zusammen mit anderen Weimarer Gebäuden zum Weltkulturerbe der Unesco. Zum Bestand der Bibliothek gehören rund eine Million Bücher. Unter ihrer Namensgeberin, Herzogin Anna-Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach, bezog die Bibliothek das so genannte Grüne Schloss mit dem Rokoko-Saal, das im Jahr 1565 errichtet wurde.

    Mit der bedeutendsten Sammlung der deutschen Literatur zwischen 1750 und 1850 wird die Bibliothek auch als «Wiege der deutschen Klassik» bezeichnet. Mit 13 000 Bänden beherbergte die Anna-Amalia-Bibliothek die größte Faust-Sammlung der Welt. Einer ihrer Leiter war Johann Wolfgang von Goethe. (nz)

     
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