27. Aug 2004 15:58, ergänzt 16:21
Der Mann, der Bundeskanzler Schröder im Mai geohrfeigt hat, ist veurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
«Hinterhältig» sei die Tat gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Man dürfe seine politische Unzufriedenheit nicht durch körperliche Gewalt ausleben. Ammoser begründete die Attacke auf den Kanzler mit Ärger über die Reformpolitik der Bundesregierung. Mit den Worten «Keine Angst, ich gestehe», räumte Ammoser die Ohrfeige ein.Als einziger Zeuge in dem Prozess war ein Personenschützer des Bundeskanzlers geladen. Dieser schilderte, dass Ammoser vor der Tat nicht aufgefallen war. Dieser habe plötzlich ausgeholt und zugeschlagen. «Das Klatschgeräusch war zu hören.»
Der 52-Jährige schien das rege Interesse an dem Prozess regelrecht zu genießen. Vor der Verhandlung verteilte Ammoser an rund 40 anwesende Journalisten Pressemappen mit Kanzlerwitzen. Als «Talismann» hatte er einen roten Teufel zu der Verhandlung mitgebracht, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Er trug ein T-Shirt mit dem Konterfei Willy Brandts auf der Brust. Auf dem Rücken stand seine Kontonummer.
Am 18. Mai hatte Ammoser Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei einer Veranstaltung für Neumitglieder der Sozialdemokraten mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. (nz)