netzeitung.deReform-Kritiker gründen «Rat für deutsche Rechtschreibung»

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Aus Protest gegen die neue Rechtschreibung hat sich in München ein «Rat für deutsche Rechtschreibung» gegründet. Zu den Unterstützern zählen unter anderem Elfriede Jelinek und Günter Kunert. Thema: Streit um Rechtschreibung Ministerpräsidenten für neue Rechtschreibung Microsoft bleibt bei neuer Rechtschreibung Ein Ende der Reform wäre verheerend Stoiber fordert Rechtschreib-Kompromiss «Kronen Zeitung» wettert gegen Rechtschreibreform Saarland will bei konkurrierenden Schreibweisen bleiben

Der neues Verein «Rat für deutsche Rechtschreibung» will sich nach eigenen Angaben für die Wiederherstellung der alten Rechtschreibung einsetzen. Das Gremium wurde am heutigen Sonntag in München gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der Autor und Publizist Hans Krieger gewählt. Ehrenmitglieder sind unter anderem die Schriftsteller Elfriede Jelinek, Wulf Kirsten, Günter Kunert und Reiner Kunze.

In einer Erklärung sprach die Gründungsversammlung den Politikern das Recht ab, «eine weitere Rechtschreibkommission zu berufen, deren einzige Aufgabe es sein kann, das offenkundige Scheitern der Rechtschreibreform hinauszuzögern». Das Gremium plädiert für die Rückkehr zur alten Rechtschreibung. Dies sei der einfachste, sicherste und wirtschaftlich vernünftigste Weg zu einer zweckmäßigen und modernen Orthografie, hieß es.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen der als Rechtschreibrebell bekannt gewordene Deutschlehrer Friedrich Denk aus Weilheim, der Sprachwissenschaftler Theodor Ickler sowie der Schweizer Gymnasiallehrer Stefan Stirnemann. Die Reformgegner wollen demnach dem Grundsatz Geltung verschaffen, dass die Sprache dem Volk gehört: «Wir repräsentieren die Mehrheit der Bevölkerung», hieß es in der Erklärung.

Am morgigen Montag soll in Wien ein Fachtreffen auf Beamtenebene mit Vertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Rechtschreibreform stattfinden. Beschlüsse soll es allerdings nicht geben. (nz)