20.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Wegen eines Souvenirs musste ein US-Tourist ins Gefängnis: Er hatte im Münchner Hofbräuhaus den Maßkrug mitgehen lassen wollen, wurde verhaftet und vier Wochen später wieder auf freien Fuß gesetzt.
Vier Wochen lang saß ein 22-jähriger Soziologiestudent aus dem US-Bundesstaat New Mexico in München in Haft, weil er einen Maßkrug mitgehen lassen wollte. Am heutigen Freitag verurteilte ihn das Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 1260 Euro und verfügte seine Entlassung aus der Untersuchungshaft.
Dort saß der US-Tourist seit Mitte Juli, weil er am ersten Abend seines München-Besuchs im Münchner Hofbräuhaus nach dem Genuss von drei Maß Bier den Krug im Wert von acht Euro als Andenken mitnehmen wollte.
Maßkrug-Klau als SportDer Amerikaner habe sich der Verfolgung durch einen Ordner des Wirtshauses mit Gewalt entziehen wollen, hieß es. Deshalb sei aus einem einfachen Diebstahl ein Verbrechen mit einer Mindeststrafe von normalerweise einem Jahr geworden, wie ein Gerichtssprecher sagte.
Dass der Maßkrug-Klau beim Oktoberfest und im Hofbräuhaus von vielen mittlerweile als «Sport» verstanden wird, wie ein Sachverständiger erklärte, davon ging letztlich auch das Gericht aus. Der Richter befand denn auch die vierwöchige Untersuchungshaft des Angeklagten als «bedauerlich». (nz)