16.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Montagsdemonstration in Berlin
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Trotz Nachbesserungen bei Hartz IV haben am Montag zum vierten Mal in Folge Zehntausende auf Montagsdemos protestiert. Laut Polizei und Veranstaltern waren es mehr als zuvor.
Bis zu 70.000 Menschen haben am Montagabend überwiegend in ostdeutschen Städten gegen die Arbeitsmarktreform Hartz IV protestiert. Obwohl die Bundesregierung auf zahlreiche Kritikpunkte eingegangen war und die Reform nachgebessert hatte, demonstrierten in Magdeburg, Leipzig und Berlin zahlreiche so genannte Montagsdemonstranten. In Magedburg kamen laut den Veranstaltern 15.000 Menschen zur vierten Demonstration in Folge.
In Berlin demonstrierten erstmals seit Beginn der neuen Montagsdemonstrationen gut 30.000 Menschen, das teilten die Veranstalter, ein Bündnis aus 80 Initiativen und Vereinigungen, mit. Die Polizei sprach allerdings von 15.000 Demonstranten. Auf Transparenten hieß es «Schröder muss weg», «Weg mit Hartz IV, das Volk sind wir» und «Weintrinken, Wasser predigen».
In Leipzig nahmen mehrere hundert Menschen an einer Fürbitten-Andacht in der Nikolaikirche teil. Zum anschließenden Demonstrationszug kamen laut Veranstaltern mehr als 20.000 Menschen. Damit verdoppelte sich die Zahl der Protestierenden in Leipzig von 10.000 in der vergangenen Woche.
In Dresden zählte die Polizei rund 2000 Demonstranten, im thüringischen Gera waren es 2500, in Eisenach rund 1000. In Rostock zählten die Veranstalter 5000 Teilnehmer und in Schwerin rund 1000, «Regierung schlimmer als die Stasi» hieß es auf einem Plakat. Im brandenburgischen Spremberg protestierten laut Polizei rund 1000 Menschen.
Kaum Proteste im WestenAuf Transparenten forderten die Demonstranten «Diätenkürzung auf Sozialhilfeniveau für Politiker» und «Clement in die Produktion, aber nur für Billiglohn».
In Westdeutschland blieb die Beteiligung an den Protestzügen dagegen gering. In München gingen laut Polizei rund 200 Menschen gegen «Sozialkahlschlag» auf die Straße, wie es auf einem Plakat hieß. In Köln waren es mehr als 500, in Hamburg und Stuttgart jeweils rund 120, in Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven rund 200 Demonstranten.(nz)