14. Jun 2004 17:34
Ein Unbekannter hat in Hamburg mehrere Verkehrsschilder mit Folien überklebt - die anscheinend etwas über die Menschwerdung erzählen sollen.
Bisher haben die Behörden keine Spur vom Täter. «Wir wissen nicht, wer das ist», sagte Polizeisprecher Ralf Kunz der Nachrichtenagentur AP. Seiner Einschätzung nach liegt auch keine Sachbeschädigung vor, weil die Klebefolien sich wieder abziehen lassen. Auch einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sieht er nicht, denn es werde niemand gefährdet. «Vielleicht kommt wildes Plakatieren als Vergehen in Frage», sagte er. Das «Hamburger Abendblatt» hingegen zitiert ihn mit der Feststellung: «Das ist Sachbeschädigung. Die kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.» Jedoch werde das so genannte «Schilder-Phantom» mit einer Geldstrafe davonkommen. «Die Höhe hängt vom Einkommen ab», so Kunz.
Auch der Sprecher des zuständigen Bezirksamtes Nord, Jan-Peter Uentz-Kahn, ist nicht zu Späßen auferlegt: «Verkehrsschilder dürfen grundsätzlich nicht beklebt werden.» In diesem Fall seien zwar offensichtlich keine Vorfahrtsschilder oder andere wichtige Hinweise beklebt worden, «trotzdem ist das ein Eingriff in den Straßenverkehr.»
Die Schilder sind so unauffällig, dass sie den meisten Passanten sie erst wahrnehmen, wenn sie darauf angesprochen werden. Die Reaktionen auf die Folien sind unterschiedlich. Ein junger Mann sagte: «Das ist kreativ», eine ältere Dame hingegen war der Auffassung: «An dieser Stelle würde doch keine Frau jemals einen Kinderwagen entlangschieben». Eine andere Passantin meinte: «Zum Totlachen ist das». Das «Hamburger Abendblatt» meldet auch, der Unbekannte habe schon vergangene Woche Schilder in Eimsbüttel mit Glückssymbolen überklebt. Auf den Schildern seien das Bild eines Buddhas, eines Marienkäfers und einer Sternschnuppe gewesen.
Experten meinen, der Unbekannte sei nicht psychisch krank, sondern vielmehr ein Spaßvogel. Auch Kunststudenten kämen als Täter in Frage. Wer das Phantom ist, und wo es als nächstes «zuschlägt», ist nicht bekannt. (nz)