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Berliner Flughafen Tempelhof
darf geschlossen werden

02. Jun 2004 18:06
Der Betrieb des Berliner Stadtflughafens Tempelhof darf eingestellt werden. Das Land genehmigte einen entsprechenden Antrag der Flughafengesellschaft.

Der traditionsreiche Berliner Stadtflughafen Tempelhof kann im Oktober geschlossen werden. Das entschied am Mittwoch die Luftverkehrsbehörde des Landes. Der Berliner Flughafengesellschaft wurde demnach eine entsprechende Genehmigung erteilt. Diese lautet auf Sofortvollzug.

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Die in Tempelhof tätigen Fluggesellschaften kündigten bereits Widerstand an. Gegen den Bescheid werde umgehend Einspruch beim Oberverwaltungsgericht eingelegt, sagte ein Sprecher. Die Fluglinien kritisieren, dass es im Falle einer Schließung Tempelhofs zu Überlastungen der anderen City-Airports kommen könnte. Deshalb fordern sie, die Kapazität aller drei Haupstadt-Airports zu erhalten bis der geplante Großflughafen in Berlin-Schönefeld in Betrieb genommen wurde.

Planfeststellungsbeschluss

Die Landesregierung will die Innenstadt-Flughäfen Tempelhof und Tegel schließen und den Airport Berlin-Schönefeld zum einzigen Großflughafen ausbauen. Die Inbetriebnahme ist für 2010 vorgesehen. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist fraglich, da für die notwendige Erweiterung noch kein Planfeststellungsbeschluss vorliegt.

Auf Kritik stieß der Beschluss vom Mittwoch auch bei der Industrie- und Handelskammer. Die Entbindung von der Betriebspflicht sei ein Fehler, hieß es in einer Mitteilung. Damit werde erstmals in Deutschland ein internationaler Flughafen ohne gleichwertigen Ersatz geschlossen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung begrüßte dagegen die Entscheidung als ersten Baustein für den Ausbau des Flughafens Schönefeld.

Stark defizitär

Der Flughafen Tempelhof ist seit 1923 in Betrieb. Während der Berliner Blockade erlangte er Weltruhm, weil über ihn wesentliche Teile der Versorgungsflüge abgewickelt wurden. Mittlerweile ist der kleinste der drei Berliner Flughäfen stark defizitär. Die jährlichen Verluste betragen rund 14 Millionen Euro. Die Schließungskosten werden auf gut 30 Millionen Euro beziffert. (nz)

 
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