Die 12. Bundesversammlung hat Horst Köhler am Sonntagmittag zum neuen Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Für Köhler stimmten im ersten Wahlgang 604 der 1204 anwesenden Wahlleute. Für seine Gegenkandidatin Gesine Schwan stimmten 589 Wahlleute. Neun Stimmberechtigte enthielten sich, zwei Stimmen waren ungültig. Damit erreichte Köhler schon im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit, die bei 603 Stimmen lag. Da Union und FDP jedoch über insgesamt 622 Stimmen verfügten, stimmten vermutlich 18 Wahlleute des bürgerlichen Lagers nicht für Köhler. Schwan dagegen erhielt einige Stimmen von FDP und Union - da SPD, Grüne und PDS zusammen nur über 579 anwesende Wahlleute in der Bundesversammlung verfügten. «Ich liebe unser Land» Köhler sagte anschließend in einer kurzen Rede, «ich will diejenigen, die mich nicht gewählt haben durch meine Arbeit überzeugen». Er wolle Präsident aller Deutschen sein. Die Wahl sei für ihn ein sehr bewegener Augenblick. Nach sechs Jahren im Ausland kehre er gerne nach Deutschland zurück. «Ich liebe unser Land», sagte er unter lautem Beifall der Bundesversammlung. Natürlich mache er sich als Ökonom um die deutsche Wirtschaft Sorgen. Deutschland könne aber aus der Globalisierung großen Nutzen ziehen, gleichzeitig aber auch den armen Ländern helfen. Es sei nötig, die eigenen Märkte zu öffnen. «Wir befinden uns in einem Umbruch und Deutschland muss seinen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts finden», so Köhler. «Vision vom Deutschland der Ideen» Deutschland müsse natürlich Recht und Innovation fördern. «Mir aber geht Deutschland zu langsam», so Köhler. «Ich habe eine Vision von einem Deutschland der Ideen.» Wichtig sei, «ein Land der Kinder» zu werden. Man müsse sich fragen, warum immer weniger Menschen Kinder bekämen. Auf solche und ähnliche Fragen müsse man konkrete Antworten finden. Dazu brauche es auch die Erfahrung der Älteren und eine «Freundschaft der Generationen». Köhler sagte, er wolle die Kraft der Freiheit stärken, die Gerechtigkeit fördern und dafür eintreten, dass Deutschland «ein Land der Ideen» werde.
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