Der Mann wurde laut Polizeiangaben sofort von Sicherheitskräften festgehalten und vorläufig festgenommen. Versäumnisse bei den Sicherheitsvorkehrungen für den Kanzler sah der Polizeisprecher nicht: «Es konnte keiner damit rechnen, dass aus dem Kreis der Neumitglieder plötzlich ein Angriff auf den Bundeskanzler gestartet wird.» Schröder habe «keine sichtbaren Verletzungen» erlitten. Dem Regierungssprecher zufolge reagierte der Kanzler gelassen. Er habe anschließend eine Rede gehalten, ohne sich den Vorfall anmerken zu lassen. Über die Motive des Mannes herrschte zunächst noch Unklarheit. Schröder wollte keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben. Die baden-württembergische SPD-Vorsitzende Ute Vogt, die bei dem Vorfall anwesend war, kündigte am Abend an, strafrechtlich gegen den Angriefer vorzugehen. In einer Demokratie müsse das Wort zählen, sagte sie. Man dürfe niemandem Mut machen, sich aggressiv gegen andere zu verhalten.
Wie Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD) der «Bild»-Zeitung sagte, will Schröder Strafantrag stellen. Er, Widder, wolle ebenfalls prüfen, «ob wir Strafantrag stellen», fügte er hinzu. Beim Kanzler habe er sich als Mannheimer OB «sofort» entschuldigt. Schröder habe «sehr gefasst» reagiert, so Widder. (nz)