BA-Verwaltungsrat entzieht Gerster Vertrauen
24.01.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Engelen-Kefer begründete die Entscheidung des Verwaltungsrats damit, dass das Vertrauensverhältnis zu Gerster erheblich beeinträchtigt sei. Die Arbeitnehmergruppe stehe einheitlich hinter dem Ergebnis, betonte sie.
Peter Clever, der für die Arbeitgeber im Präsidium des Verwaltungsrates sitzt, sagte, dass von 49 Verträgen 27 in nichtöffentlicher Ausschreibung vergeben worden seien. Davon seien 13 überhaupt nicht zu beanstanden. Bei den übrigen 14 gebe es Beanstandungen, allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang. In zwei Fällen seien gravierende Verstöße gegen das Vergaberecht festgestellt worden.
Ende November war bekannt geworden, dass die BA einen 1,5-Millionen-Euro-Auftrag rechtswidrig ohne Ausschreibung an die PR-Agentur WMP Eurocom vergeben hatte. Gerster versicherte damals, nach seinem Wissen gebe es keine weiteren Fälle dieser Art.
Zur Gerster-Nachfolge ergänzte Engelen-Kefer, dass der Verwaltungsrat nach der Entscheidung der Bundesregierung binnen 30 Tagen einen Vorschlag unterbreiten werde. Darüber solle in aller Sorgfalt beraten werden, betonte die Gewerkschafterin. Der «Spiegel» berichtete indes unter Berufung auf Regierungskreise, Wirtschafts-Staatssekretär Alfred Tacke und Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer würden als aussichtsreichste Kandidaten gelten. «Focus» berichtete dagegen, das BA-Vorstandsmitglied Frank-Jürgen Weise favorisiert würde.
An der Sitzung des 21-köpfigen Kontrollgremiums der BA nahmen neben Gerster auch dessen beiden Stellvertreter Heinrich Alt und Frank-Jürgen Weise teil. Gerster selbst machte vor Beginn seiner Befragung deutlich, dass er einen Rücktritt weiter ablehnt. Dazu habe er sich in den letzten Tagen mehrfach deutlich geäußert, betonte der BA-Chef. (nz)

