08. Nov 2003 12:13
Trotz der Hohmann-Debatte sieht der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Primor, keine Anzeichen für einen neuen Antisemitismus. Der deutsche Umgang mit der Vergangenheit sei vorbildlich, sagte er.
Es sei dennoch richtig gewesen, dass der Bundeswehrgeneral Reinhard Günzel entlassen worden sei, sagte Primor. «Wenn es um die Bundeswehr geht, darf man sich nicht mit halbherzigen Lösungen zufrieden geben.» Günzel hatte die Rede des Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann gelobt, in der dieser die Juden als Tätervolk bezeichnet hatte.Auch fände er es richtig, wenn Hohmann zurücktreten würde. Es sei keinesfalls verboten, Juden zu kritisieren, sagte Primor. Aber von den Juden als «Tätervolk» zu sprechen, sei unzulässig. Unter den russischen Juden «gingen manche zu weit, so wie auch manche Deutsche in der Stasi. Das macht aus den Bürgern der Ex-DDR noch kein Tätervolk», sagte Primor.
Primor war von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. (nz)