SPD-Abgeordnete Akgün gegen
Recht auf Kopftuch in Schulen
24. Sep 2003 09:49
 | SPD-Abgeordnete
Lale Akgün | Foto: ddp |
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Das Tragen eines Kopftuches ist nach Ansicht der Politikerin Akgün «keine religiöse Pflicht». Lehrerinnen sollten im Unterricht darauf verzichten, sagte sie.
Nach Ansicht der SPD-Bundestagsabgeordneten Lale Akgün sollten Lehrerinnen an deutschen Schulen im Unterricht kein Kopftuch tragen dürfen. Es sei «keine religiöse Pflicht» für Muslima, den Kopf bedeckt zu halten, sagte sie am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin». Es handle sich vielmehr um eine «Verhaltensregel».
Akgün forderte, Schulen sollten ihre Neutralität wahren. Da alle Eltern ihre Kinder in die Schulen schicken müssten, könnten sie auch erwarten, dass «die Unterrichtenden religiös und politisch neutral» seien. Die SPD-Politikerin fügte hinzu, Brauchtum und Religion dürften nicht verwechselt werden. Zum Beispiel sei ein Adventskranz auf dem Schultisch «Brauchtum». Wenn eine Lehrerin mit dem Kopftuch aber ihre religiöse Haltung demonstriere, gehe davon «ein anderes Signal aus».
Kopftuch Urteil am Mittwoch
Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts urteilt am Mittwoch in Karlsruhe über die Verfassungsbeschwerde der aus Afghanistan stammenden Pädagogin Fereshta Ludin. Das Oberschulamt Stuttgart hatte sie 1998 wegen ihrer Weigerung, das Kopftuch im Unterricht abzulegen, nach dem Referendariat nicht in den Grund- und Hauptschuldienst übernommen. (nz)