Die SPD ist da anderer Meinung. Konsequenzen für seine Politik konnte der Kanzler in dem Ergebnis nicht erkennen, er sagte lediglich, die SPD müsste nun «alle Kräfte» zusammennehmen, um den «schwierigen, aber richtigen und wichtigen Reformprozess» umzusetzen. Es müsse deutlich werden, «dass wir nicht die Absicht haben, an dem Kurs ... etwas zu ändern».Auch der bayerische SPD-Kandidat Franz Maget sagte, die Reformdiskussion habe «die Menschen tief verunsichert». Im Gegensatz zu Schröder forderte er jedoch, die Sorgen der Menschen müssten ernst genommen werden.
Für Heiko Maas, den SPD-Vorsitzenden im Saarland, ist Bayern nur eine Fortsetzung der katastrophalen Niederlagen des Jahres. Maas nannte das Ergebnis in der «Berliner Zeitung» eine «historischen Demontage», die mit den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen begonnen habe und sich nun fortsetze.
Vor allem die Bundespolitik sei dafür verantwortlich – nicht nur ihr Inhalt, sondern auch die Art, wie sie kommuniziert werde. «Da läuft einiges schief.» Die Reformen führten dazu, dass sich gerade traditionelle SPD-Wähler immer weniger mit der Partei identifizierten. «Daraus ergibt sich ein strukturelles Problem für die SPD.» Im Saarland wird im kommenden Jahr gewählt.