10.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Guido Westerwelle
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
FDP-Chef Guido Westerwelle übt scharfe Kritik an Papst und Vatikan. Ihre Haltung zu Aids und Homosexuellen sei «unverantwortlich».
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat Papst Johannes Paul II und den Vatikan wegen ihrer Haltung gegenüber Homosexuellen und nicht-ehelichen Beziehungen angegriffen.
In einem Interview mit der Illustrierten «Bunte» bezeichnete er das Verhalten des Vatikans als «unverantwortlich». «Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und nicht-eheliche Beziehungen zur Diskriminierung freizugeben, entspricht nicht meinem christlichen Glauben», sagte Westerwelle. Der Vatikan hatte Ende Juli zum Widerstand gegen die Anerkennung von schwulen Paaren aufgerufen und Homosexualität als Verstoß «gegen das natürliche Sittengesetz» bezeichnet.
Der FDP-Chef warnte davor, die Gefahren von Aids zu verharmlosen. Allein in Deutschland habe es im vergangenen Jahr 2000 Neuinfektionen gegeben. Deshalb sei Aufklärung bei jungen Menschen und nicht Verdammung des Sex vor der Ehe, wie der Vatikan sie betreibt, sehr wichtig. Guido Westerwelle ist Mitglied der evangelischen Kirche. (nz)