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Zentralrat der Juden empört über Holocaust-
Anspielung in Tierschützer-Werbespot

06. Sep 2003 17:55
Um drastische Signale nie verlegen:
Die Tierschutzorganisation Peta trommelt gegen Tiertransporte mit einem TV-Spot, in dem Sänger Thomas D. sie wie KZ-Transporte beschreibt. Das erzürnt den Zentralrat der Juden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist äußerst erzürnt über einen Werbespot gegen Tiertransporte, in dem sie mit den Transporten von NS-Opfern in Konzentrations- und Vernichtungslager gleichgesetzt werden. Dieser TV-Spot der Tierschutzorganisation «Peta» müsse verboten werden, sagte Zentralratspräsident Paul Spiegel dem Nachrichtenmagazin «Focus».

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«Der Film ist eine Beleidigung aller Holocaust-Opfer und an Perfidie nicht zu überbieten», kritisierte Spiegel: «Bei allem Verständnis für den Tierschutz, fordere ich 'Peta' auf, den Spot zurückzuziehen.» Ansonsten wolle er «juristische Schritte» einleiten, drohte der Zentralratspräsident.

Innenaufnahmen aus Viehwaggons

Die TV-Kampagne mit dem Titel «Der Transport (mit Thomas D.)» benutzt eine Inszenierung, deren Bildsprache Assoziationen an Transporte in NS-Vernichtungslager aufkommen lässt. Zu sehen sind Aufnahmen aus Verschlägen fahrender Güterzügen: Die Landschaft zieht schemenhaft vorbei.

Fanta-4-Sänger Thomas D., hier mit Hausschwein Erika, engagiert sich seit langem für
Diese Perspektive hatten auch NS-Opfer bei ihrem Transport in KZs. Untermalt wird die Bilderfolge vom Sänger der Popgruppe «Die Fantastischen Vier». Thomas D., seit langem für «Peta» engagiert, spricht von tagelangem Eingesperrtsein, zahlreichen Todesopfern und Ungewissheit über das Ziel der Reise.

Popgruppe nackt und in Ketten

Erst am Ende wird aufgeklärt, dass es um Tiertransporte geht. «Die Assoziation ist gewollt», bestätigte Harald Ullmann von «Peta» dem Münchner Nachrichtenmagazin. Er solle zeigen, dass Tieren derlei heute noch passiert.

Um drastische optische Signale ist die Organisation nie verlegen. Eine Kampagne gegen Tiere im Zirkus zeigt Mitglieder der Popgruppe «Die Happy» nackt und in Ketten gelegt. Auch hier soll die Assoziation erzeugt werden, Tiere würden unter menschenverachtenden Umständen gehalten. (nz)

 
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