Wallraff kritisiert Birthler-Behörde
06.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Der Journalist Günter Wallraff hat schwere Vorwürfe gegen die Birthler Behörde erhoben. Diese gehe mit den ihn belastenden Stasi-Dokumenten in nicht rechtsstaatlicher Weise um.
Der Kölner Journalist Günter Wallraff hat die Vorgehensweise der Birthler-Behörde in dem Streit um seine Stasi-Verstrickungen scharf kritisiert. Er selbst habe das belastende Papier bis heute trotz Antrags nicht erhalten - im Gegensatz zur Presse, sagte er der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse». Die Behörde gehe mit seinen Akten nicht rechtsstaatlich um. Er bestritt erneut ein Spitzel gewesen zu sein. Vermutlich sei er selbst von der Stasi bespitzelt worden, ohne dass er es gewusst habe, sagte Wallraff.
Behördenchefin Marianne Birthler nannte es dagegen einen Fehler, dass ihre Behörde noch im August diesen Jahres eine entlastende Erklärung für Wallraff abgegeben habe. Bereits 1998 habe man ein Stasi-Dossier über Wallraff als IM-Unterlage interpretieren müssen, sagte sie dem Nachrichtenmagazin «Spiegel». Dass es dennoch zu der entlastenden Erklärung gekommen sei, liege an einer gewissen Trägheit der Behörde, sagte sie. Ihre Mitarbeiter hätten wohl die frühere Entscheidung nicht korrigieren wollen. (nz)