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Sahara-Geiseln sind wohlbehalten
nach Deutschland zurückgekehrt

20. Aug 2003 08:25, ergänzt 11:26
Der Berliner Christian Grüne bei der Ankunft in Deutschland
Die 14 entführten Sahara-Touristen sind in Köln-Wahn gelandet. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut.

Thema: Geiseldrama in der Sahara
Die in Mali freigelassenen 14 Sahara-Geiseln sind zurück in Deutschland: Die neun Deutschen, vier Schweizer und der Niederländer landeten am Mittwochmorgen um 7.22 Uhr mit einer Bundeswehrmaschine in Köln.

Die Schweizer flogen von dort aus nach Zürich-Kloten weiter, wo sie inzwischen eingetroffen sind. Die elf Männer und drei Frauen waren im Februar und März in der südalgerischen Wüste verschleppt und am Montagabend im Norden Malis freigelassen worden. Eine Frau, die 45-jährige Michaela Spitzer, war am 28. Juni während der Entführung einem Hitzschlag erlegen.

Empfang in Lumpen beim Präsidenten

Am Dienstagabend traf die Gruppe in der malischen Hauptstadt Bamako ein und wurde dort von Präsident Amadou Touré in seinem Palast empfangen – obwohl sie noch ihre nach sechs Monaten in der Wüste schmutzigen und teilweise zerrissenen Kleidungsstücken trugen. Dabei war eine der Ex-Geiseln so müde, dass sie während der Zeremonie diskret davon geführt wurde, hieß es.

Nach der Ankunft in Köln betonte Jürgen Chrobog, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, es handele sich um die «langwierigste und schwierigste Rettungsaktion für Entführte» in der Geschichte der Bundesrepublik. Er dankte der Regierung Malis, sie habe in der Affäre «unglaublich dezent und hilfreich mitgearbeitet» und maßgeblich zur Befreiung der Geiseln beigetragen.

Chrobog: Geiseln müssen Erlebnisse verarbeiten

Diese sei eine «Gemeinschaftsleistung» gewesen, betonte Chrobog: Auch die Zusammenarbeit mit den Regierungen der Schweiz und der Niederlande habe vorzüglich funktioniert. Der Staatssekretär stellte klar, dass die Geiseln bis zu ihrer Befreiung gemeinsam «an einem abgelegenen Ort im Nordwesten Malis» festgehalten worden seien, bis auf eine Geisel, die aufgrund ihrer französischen Sprachkenntnisse getrennt untergebracht wurde.

Ihre Ankunft in Deutschland habe sich durch eine «strapaziöse Reise von 500 Kilometern über schlechte Pisten» verzögert, erklärte Chrobog. Er forderte die Öffentlichkeit dazu auf, ihnen genug Zeit zu lassen, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten, und gab der Trauer um den Tod von Frau Spitzer Ausdruck.

Malischer Minister: Täter werden nicht verfolgt

Dies sei ein «tragisches Ereignis» aufgrund «schlechter Lebensbedingungen und Versorgung mit Wasser» gewesen: «Einen Tag später wäre die Versorgung bereits wieder besser gewesen.» Doch sei der Aufbewahrungsort der Leiche bekannt, ergänzte der Diplomat: Das Auswärtige Amt hoffe, sie nach Deutschland überführen zu können.

Am Dienstagabend hatte bereits Bundeskanzler Gerhard Schröder dem malischen Präsidenten Touré und dem algerischen Staatschef Abdelaziz Bouteflika sowie dem Krisenstab des Auswärtigen Amtes unter Leitung von Chrobog gedankt. Wichtig sei jetzt, dass die Entführer nicht ungestraft davonkämen. Der Kommunikationsminister Malis, Gaoussou Drabo, deutete jedoch an, dass sein Land nicht nach den Kidnappern fahnden werde. (nz)

 
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