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Trittin fordert Ausbau erneuerbarer Energien

14. Aug 2003 20:37
Jürgen Trittin
Umweltminister Trittin will die Energieversorger per Gesetz dazu zwingen, künftig den Anteil an erneuerbaren Energien bei der Stromproduktion deutlich zu erhöhen.

Das Bundesumweltministerium in Berlin hat am Donnerstag dem Bundeskabinett eine Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgelegt. Dies bestätigte der zuständige Minister, Jürgen Trittin (Grüne), in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Die Energieversorger müssen demnach künftig mehr auf erneuerbare Energien setzen. Der Anteil dieser Quellen an der Stromproduktion soll sich nach den Worten Trittins bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Dies habe die Bundesregierung der Europäischen Union bereits fest zugesagt, betonte Trittin im Deutschlandfunk.

Mehr Gewicht für Ökostrom

Mehr in der Netzeitung:
Die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Michaele Hustedt, erwartet dagegen, dass dem «Ökostrom» noch mehr Gewicht zukommt. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts solle der Anteil aus erneuerbaren Energien auf 50 Prozent wachsen, forderte sie im Inforadio Berlin-Brandenburg.

Wie sich die Vorstandsvorsitzenden der vier größten deutschen Energiekonzerne zu dem Gesetzentwurf verhalten werden, ist bisher nicht bekannt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) empfing die Energie-Chefs am Donnerstagabend im Kanzleramt in Berlin.

Informelles Spitzentreffen

Schröder hatte zuvor das Treffen als «Branchengespräch» eingestuft, bei dem er im Rahmen eines Abendessens Informationen der Unternehmen erwarte. Beschlüsse oder Entscheidungen stünden nicht an.

Außer den Chefs der Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW nahmen auch der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) an dem Treffen teil.

Schröder hatte im Vorfeld die Bezeichnung «Energiegipfel» als nicht zutreffend bezeichnet und den informellen Charakter des Treffens betont. Umweltminister Trittin war nicht zu dem Gespräch eingeladen worden, da es, so die Begründung, nicht um konkrete inhaltliche Fragen gehe. (nz)

 
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