netzeitung.deBayerisches Weihwasser ist nicht empfehlenswert

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Staphylokokken, Rädertierchen, Würmer, Hautfetzen - das bayerische Fernsehen hat das Weihwasser von Kirchen untersucht und dabei eklige Dinge gefunden.

Wären Bayerns Kirchen Restaurants, müssten sie aus hygienischen Gründen geschlossen werden. Das bayerische Fernsehen hat das Weihwasser von zehn Kirchen untersuchen lassen und dabei reichlich dreckige Brühe entdeckt.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, hat die Gnadenkapelle im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting am schlechtesten abgeschnitten: 100 Millionen Keime fanden die Tester des Instituts für Hygiene der Münchner Maximilians-Universität in nur einem Milliliter Weihwasser. Eine so starke Verschmutzung lasse sich sonst nur in verdorbenen Lebensmitteln finden, so die Nachrichtenagentur ddp.

Der Befund weist außerdem auf: «Trübung, Fadenbakterien, Sporen, evtl. Würmer, schwarze Kügelchen am Beckenrand und koagulase positive Staphylokokken (Verursacher von Abszessen, Furunkeln und kurzen Durchfällen)».

Mindessstandards ignoriert
«Was sich Pilger dort ins Gesicht schmieren, kann man mit Abwasser vergleichen», zitiert die Zeitung den Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. «Hier werden hygienische Mindestanforderungen nicht beachtet.»

Nicht viel besser war das Wasser einiger anderer Kirchen. In der katholischen Pfarrkirche St. Theresa in München fanden sie: «Hautfetzen, Wollfäden, Rädertierchen, Pilzhyphen, Flagellaten, Actynomyceten und Streptokokken»; in der Neumarkter Martinskirche waren es Peststoffe und Würmer.

Nur einer der untersuchten Kirchen konnte gute Hygiene bescheinigt werden. Das Weihwasser der Herrschinger St. Nikolaus-Kirche habe Trinkwasserqualität, so der Bericht.

Der Lebensmittelchemiker fordert, künftig das Wasser täglich zu wechseln oder wenigstens Salze beizumischen, die Keime abtöten. Auch regelmäßige Kontrollen durch staatliche Stellen könnten nicht schaden. Der «Süddeutschen» zumindest gelang es nicht, bei der Kirche irgendjemanden zu finden, der sich für das Problem verantwortlich fühlt, geschweige denn sagen kann, wann die Becken zuletzt gefüllt wurden.

Den Bericht sendet das Bayerische Fernsehen am heutigen Donnerstag um 19.30 in der Sendung 'Faszination Wissen'.(nz)